NL#277 – Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters

Eine Steinmauerorgie. Im Ort entstehen neue Unterkünfte für Monteure, gegenüber von Röder ein Neubau, da, wo der Grieche war, ein Umbau. Und mit diesen Projekten kommt bei den Umfriedungen ein neuer Baustil in Jesteburg an. Mauer ist nicht gleich Mauer lernen wir. Das, was da gebaut wird, führt zu Reaktionen. „Maurisch und mediterran“ sagen die einen, „unbeholfen und eher zusammengegipst als kunstfertig“ finden das die anderen.

Die Schönheit liegt, wie gesagt, im Auge des Betrachters.

Wir haben in Jesteburg eine Ortsgestaltungssatzung. Und zumindest die Fläche beim Griechen ist Bestandteil der Ortsmitte und damit des Geltungsbereichs dieser Satzung. Der Landkreis hat sich am Mittwoch Mauer und Satzung angesehen; er hat sich nicht geäußert, wie er die Mauer geschmacklich beurteilt. Aber er hat bestätigt, dass die Satzung so eine Mauer nicht ausschließt, auch wenn in der Präambel steht, dass „Baumaßnahmen und bauliche Anlagen, Teile davon sowie Strassenmobiliar auf die in der zu dieser örtlichen Bauvorschrift gegebenen Begründung näher beschriebene Eigenart des Ortsbildes, insbesondere hinsichtlich ihres Maßstabes, ihrer Größe und Gestaltung Rücksicht nehmen [müssen]“. Laut Landkreis ist das also gegeben.

Nun könnten wir für zukünftige Fälle solche Mauerorgien ausschließen. Dann müssen wir die Satzung ändern. Wir würden gern einen Antrag dafür einbringen – uns interessiert aber besonders Ihre Meinung dazu. ‚Mediterran‘ oder ’schlicht unpassend‘? Sollen wir der Errichtung weiterer solcher Mauern einen Riegel vorschieben? Schreiben Sie mir (steffen.burmeister@gmx.de)!


14 Kommentare on “NL#277 – Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters”

  1. petra hissnauer sagt:

    Guten Morgen Herr Burmeister. Wie Sie schon sagen liegt es immer im Auge des Betrachters. Ich bin kein Fan dieser Mauern und auch kein Gegner. In jedem Falle sieht es sauber und gepflegt aus. Ich bin sicher dass die Mauer beim alten Griechen noch bepflanzt wird und somit noch ordentlicher und gepflegter aussieht als jetzt schon. Im Gegensatz zu einigen Stellen im Ort wo Gebäude verkauft worden sind und sich gar nicht darum gekümmert wird. Siehe alte Molkerei oder Woesthaus. Diese beiden Gebäude liegen meines Erachtens nach auch im Ortsbereich und es gibt anscheinend keine Satzung dass Besitzer dazu angehalten werden dafür zu sorgen dass es gepflegt aussieht und nicht mit Unkraut überwuchert. Vielleicht sollte man zunächst dahingehend die Satzung überprüfen. Liebe Grüße und ein schönes Wochenende petra hissnauer

  2. Werner Röhrs sagt:

    Dieser „Mauerbau“ ist optisch keine Schönheit.

    Das Frau Hissnauer zwei Gebäude als ungepflegte angesprochen hat ist in Ordnung.
    Nur in Lüllau -Ortsteil von Jesteburg- ist seit Jahren ein „Schmuckstück“ ( zusammen-
    gebrochene Scheune) zu bewundern, das angeblich unter Denkmalschutz besteht.
    Wenn Satzungsänderungen; dann auch den Denkmalschutz überprüfen.

  3. Heide Koehne sagt:

    Nicht so mein Geschmack. Aber vielleicht, wenn da irgendwann Blumen gepflanzt sind…

    Heide Koehne

  4. Günter Wagner sagt:

    Hier hat ein Eigentümer, ohne Rücksicht auf die Allgemeinheit, seine Idee verwirklicht.
    Wie kann die Gemeinde soetwas zulassen? wir haben so herrliche Steinmauern (siehe linkes Bild im Bericht von Herrn Burmeister) die eine Tradition darstellen. Die Mauern an den beiden Gebäuden haben keinen professionelle Charakter, wirken schief und krumm und sind einfach hässlich!
    Es sind Schandflecke für unsere Gemeinde und daraus mache ich keinen Hehl.

  5. Kirsten Oberstein sagt:

    Jesteburg war für mich immer ein typischer Heideort und es wäre schön, wenn wir versuchen könnten diesen zu erhalten und zu pflegen.
    Wir haben uns beim Neubau unseres Hauses hier vor 20Jahren den Empfehlungen der Gemeinde, Fachwerk mit reduzierter Höhe zu bauen dementsprechend angepasst.
    Jetzt fahre ich abends an einer Art Tropfsteinhöhle mit Flutlicht vorbei. Bei der ich mich jedesmal wundere, wie diese Größe dort mit so wenig Parkplätzen genehmigt werden konnte? Der Stil ist vielleicht äußerlich gepflegt, aber für das Ortsbild einfach fremd.
    Warum restauriert man nicht vorhandene Ressourcen, im Sinne des ursprünglichen Ortsbilds mit Augenmaß.
    Wo will die Gemeinde hin. Zu fragwürdigen Arbeiterunterkünften oder zu einem Heide Tourismus mit netten Gaststätten und vielleicht wieder einem Hotel Niedersachsen und einen Bahnhof für Pendler und einem neu erwachendem nachhaltigen Tourismus?
    Schade, dass man hier nicht die richtigen Investoren findet.

  6. Hans-Rudolf Grabbe sagt:

    Lieber Herr Burmeister,
    da haben Sie ja ein superwichtiges Thema angeschoben und es über den Newsletter der SPD politisiert. Die Ortsgestaltungssatzung für eine Umfriedungsmauer (oder auch 2) ziemlich am Rande des Ortes ins Spiel zu bringen, finde ich unpassend. Es wurde schon gesagt: Es ist alles eine Frage des persönlichen Geschmacks. Auch ich weiß nicht, ob ich die Optik schön finde.
    Ich finde sie eher interessant, mal etwas Anderes. Und ich glaube auch nicht, dass die Kritiker befürchten müssen, dass Jesteburg mit diesem Mauerstil zugebaut wird. Herr Spielbrink wird vielleicht gar keine Nachahmer finden, denn die Herstellung ist besonders teuer.

    Und da bin ich bei einem anderen Aspekt. Es ist anerkennungswert, dass es in Jesteburg einen Investor gibt, der sich die Mühe macht, sein Grundstück schön -aus seiner Sicht – und gepflegt aussehen zu lassen. Ich freue mich immer wieder, wenn ich in den KLeckerwaldweg einbiege und dann gleich an der wunderschön bepflanzten und gepflegten Ecke vorbei fahre. So wird es sicher demnächst auch beim „alten“ Griechen aussehen. Ich bin dafür, dass der Jesteburger Rat
    diese „Tat“ von Herrn Spielbrink würdigt. Sie ist nämlich Ausdruck einer positiven Haltung.

    Mit freundlichem Gruß
    Hans-Rudolf Grabbe

  7. Andrea Baden sagt:

    Also mal ganz im Ernst: völlig egal, ob man diese Art von Mauer nun schön findet oder nicht – Fakt ist, dass sich die Firma Spielbrink bei all ihren Immobilien außerordentlich um ein ordentliches und ansprechendes äußeres Erscheinungsbild bemüht und zwar über das übliche Maß hinaus (tolle Blumenkübel, super gepflegte Anlagen, schöne Verzierungen an den Fassaden, …). Das kostet Geld in der Anschaffung und nochmals Geld und Zeit in der Pflege und Instandhaltung, und trotzdem ist es Herrn Spielbrink ein Anliegen, zum positiven Erscheinungsbild Jesteburgs beizutragen. Das ist bewundernswert und keineswegs selbstverständlich ! Dass ein Geschäftsmann dabei auch eigene Interessen verfolgt ist normal und sei ihm gegönnt. Sich jetzt über die Art von Mauer aufzuregen finde ich ehrlich gesagt mindestens unangebracht – und das ausgerechnet an einer Stelle des Ortes (Grieche), die vorher so langsam vor sich hin verrottet ist und für die sich in dieser Zeit des Verfalls kein Mensch interessiert hat. So kann man Engagement sicherlich auch klein halten. Schade !

  8. Peter Imrath sagt:

    Die eigentliche Frage ist doch:“Wird Jesteburg zur Monteursunterkunft?“ Wollen wir wirklich, dass Jesteburg künftig nur noch für günstige Monteurwohnungen bekannt ist?

  9. Andrea Baden sagt:

    Erwiderung auf Hernn Peter Imrath:
    Nein, bestimmt möchte niemand, dass Jesteburg zur Monteursunterkunft wird. Aber dann müssten sich eben auch andere Leute engagieren und vielleicht von der Gemeinde entsprechende Anreize geschaffen werden. Da das nicht der Fall ist, darf man aber auch nicht über die Personen bzw. Unternehmen herfallen, die hier im Ort aktiv sind und sich entsprechend bemühen auch optisch ansprechende Immobilien zu gestalten. Das könnte ja auch ganz anders aussehen – oder die Gebäude bleiben leer und sehen dann so aus wie in der Lüllauer Straße.

  10. Jörg Märschel sagt:

    Hallo zusammen,
    Bin völlig bei Andrea, Petra und auch Kirsten. Nur sollten wir Gestaltung von Grundstücken und Errichtung von Unterkünfte nicht vermischen.

    Lieber Günter,
    Meines Erachtens hinkt der Bildervergleich: ist die neue Mauer erstmal (hoffentlich) bepflanzt, wird sie kaum anders aussehen ;-).

  11. Toshi sagt:

    Ich hatte mal eine Parzelle in einem Kleingartengebiet. Da hatten die Menschen ähnliche Probleme.
    Lg TT.

    Monteursgesockse raus! aus Jesteburg

  12. Wolfgang Quade sagt:

    Diese Elemente „polnischen Barocks“ machen für mich den Kohl auch nicht mehr fett. Das einst idyllische Heidedörfchen – vielleicht etwas elitär, aber sehr lebenswert mit guter Geschäfts- und Gastronomiekultur, passendem Verhältnis von Einwohnern zu Infrastruktur, spürbarem Gemeinwesen und tollen Dorffesten – wurde und wird weiterhin kaputt entwickelt: Immer mehr Monteurunterkünfte, billiger Wohnraum um jeden Preis, Kreisel mitten im schönen Ortskern, völlig deplatziertes Gewerbegebiet (der gesamte Verkehr muss durch den Ort, und jetzt droht dort auch noch eine Erweiterung!), bald auch noch ein Bahnhof (mit Parkpaletten??) auf dem Osterberg etc. …
    Ich blicke neidisch nach Hanstedt.

  13. Andrea Baden sagt:

    zu Toshi: ich finde eine solche Wortwahl bezüglich der hier untergebrachten Handwerker vorsichtig ausgedrückt völlig daneben !!!

  14. Gustav Tanski sagt:

    Ich bin der Meinung an der Stelle geht es so,obwohl etwas übertrieben wurde.Zu lang die Mauer,denn etwas weiter ist ja die Bemahlung von Bossard.


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