NL#184 – Itzenbüttelerabend

Gestern: Bürgerbeteiligung. Was ist der Anlass? ‚Ortsentwicklung‘ vor Ort. Itzenbüttel wird sich verändern. Aber wohin?

Der Reihe nach … nach der Begrüßung durch Gemeindedirektor Hans-Heinrich Höper folgte erst noch mal ein kurzer historischer Aufriss des Moderators Thomas Wilken; also eine tour d’horizon über ursprüngliche Pläne für die betreute Unterkunft unbegleiteter Flüchtlinge auf dem Böttcher-Hof (wir schrieben dazu) hin zu neuen Bebauungsabsichten dort und dem allgemeinen Wunsch nach grundsätzlicher Planung für dieses Dorf.

Hans-Heinrich-Höper begrüßt

Thomas Wilken berichtet von angenehmen Gesprächen im Vorfeld – ohne grundsätzliche Einwände zu Böttchers Ansatz, aber der Kritik: es sei zu massiv; man wünscht sich mehr eine dem Charakter des Ortsbilds angepasste Bebauung. Und: keine Sonderbehandlung sondern gleiches Recht für alle. Also, man muss das ‚Fass etwas größer‘ machen und einen umfassenden Masterplan für Itzenbüttel nach Vorbild des Jesteburger Masterplans entwickeln.

Ein Masterplan = ein langfristiges Konzept, möglichst einvernehmlich abgestimmt.

Und das schließt eine breite öffentliche Beteiligung ein. Und damit fangen wir mit dieser Veranstaltung an. Der Vorteil wird von Thoms Wilken benannt: wenn wir uns darauf verständigt haben, wohin grundsätzlich die Reise gehen soll, dann werden Entscheidungen zu einzelnen Bauprojekten schneller fallen als üblich.

Die planerische Grundlage und die Rahmenbedingung ist – Herr Wilken weist darauf hin – die regionale Raumordnungsplanung (RROP) quasi als Bibel für die Weiterentwicklung – wir können nichts außerhalb dieser Planung entwickeln. Und der Handlungsrahmen ist der Fokus auf die Innenentwicklung, den die Politik vorgegeben hat.

Das Raumordnungsprogramm – Itzenbüttel ist nicht Bestandteil des zentralen Siedlungsgebiets

Die grundlegende Frage ist: was ist er Charakter Itzenbüttels?

Auftritt Frau Mehring vom Planungsbüro. Sie berichtet, die Bestandsaufnahme sei abgeschlossen, nimmt uns mit Bildern auf eine Reise durchs Dorf – dabei lernen wir Begriffe wie ‚Freiraumausprägung‘. Der aktuelle B-Plan ist weitestgehend am Erhalt der Gebäude orientiert (und funktioniert!). Prägend sind Einfriedungen durch Feldsteinmauern und Hecken. Es gibt hier schönen alten Eichenbestand. Der Ort ist immer noch stark von der Landwirtschaft geprägt. Mögliche neue Geschäftsfelder sind Direktvermarktung oder Pferdewirtschaft.

Es wird klar: wenn sich hier alle drei noch bewirtschafteten Höfe verabschieden sollten, dann steht mehr als die Hälfte der innerörtlichen Fläche zur Disposition.

Es gibt vier 4 Hofstellen (Böttcher, Heitmann, Meyer, Hof&Gut), die den Ortskern prägen. Die Verantwortlichen präsentieren die Perspektiven:

Die aktuelle Planung zur Nachnutzung auf dem Böttecherhof

Böttcher:

Herr Böttcher fängt mit einem Statement an: „alles, was ihr in der Zeitung gelesen habt, hab auch ich in der Zeitung gelesen – ich habe nie mit denen gesprochen“. Sein konkretes Thema: er wird seinen Hof aussiedeln, neuer Standort ist dann der Brumhof (mit dem Landkreis ist er soweit schon klar).  Seine ursprüngliche Planung für die aktuelle Fläche war eine Überbauung von 2.000 qm; jetzt hat er einen neuen Investor, der dort mehrere Wohngebäude für mehrere Familienteile nutzen möchte und nur 1.157 qm (mit 14 Wohneinheiten) plant. Hört sich nach einer guten Lösung an. Provoziert dann aber noch die uncharmante Frage, ob die Investoren auch deutschstämmig wären …. da sind wir dann schnell zu sachdienlicheren Fragen gekommen.

Hof&Gut:

Geplant ist hier eine Weiterentwicklung von Gastronomie und Beherbergung (die aktuell 6 Fremdenzimmer erfreuen sich großer Beliebtheit). Anstelle des alten Schweinestalls und des Holzschuppens (‚Basilika‘) sollen ein neues Gebäude gebaut werden; dazu kommen kann zum Bsp. noch ein Hofladen. Und Axel Brauer weiß: die Frage nach Parkplätzen in hinreichender Zahl muss geklärt werden.

Heitmann (Zeckers Hof):

Seine Zukunft hat Christoph Heitmann mit dem Schweinestallneubau (2009 am Buchholzer Feldweg) gut eingeleitet. Seine aktuelle Sorge ist die bauliche Situation des Wohnhauses (inkl. Reetdach). Ein erwogener Ausbau in Wohnungen würde 2 M€ kosten – das ist nicht finanzierbar. Seine Notwendigkeit ist vermarktbarer Grund für  einzelne Wohngebäude, evtl. direkt an der Straße. Auch auf der Schafweide gibt es noch ein Baufenster. Und es gibt die Option, die Gerätescheune zum Schweinestall auszusiedeln. Viel mögliche Bewegung also auch hier.

Minnkenhof (Jan Meyer):

Hier stehen 6 Gebäude unter Denkmalschutz; Jan Meyer möchte hier die biologische Landwirtschaft weiterführen und entwickeln. Es gibt als weiteres Geschäftsfeld Veranstaltungen. Mittelfristig sieht er eine Mischnutzung entsprechend der Vorgaben des Denkmalschutzes, langfristig ist auch für ihn eine Aussiedlung nicht ausgeschlossen

Nach der Präsentation der vier Höfe kommen wir in die Schlussgerade – zu den grundsätzlichen Fragen, die Teilnehmer hängen dazu Statements auf Zetteln unter die Kategorien, hier im Ausschnitt:

Nutzung – wie sollen die entstehenden Flächen genutzt werden?

  • Genannt wird bezahlbarer Wohnraum
  • Erhaltenswerte Landwirtschaft – wo es geht
  • Ein zentraler Spielplatz,
  • Parkplätze

Ortsbild – die Frage nach der Bebauung und Gestaltung

  • Erhaltung des dörflichen Charakters
  • Baumbestand sichern.
  • Offener Punkt: warum ist die rechte Seite nicht im B-Plan erhalten? – da war plötzlich für ein paar Minuten Stimmung im Raum. Frau Kirchner regt an, bei der B-Plan-Erweiterung den Zuschnitt entsprechend zu erweitern.
  • Frage nach den Kosten: wer bezahlt die Entwicklung des den B-Plans? Herr Burmester erläutert: das ist eine Frage des Nachverdichtungspotenzials; wenn genug Potenzial da ist, dann haben bisher immer Grundeigentümer oder Investoren die Kosten getragen.

Einwohner – welche Einwohnerzahl verträgt Itzenbüttel? 1.200 sind es heute in der Gemarkung (inkl. Reindorfer Osterberg und Kirchfeld); im Ortskern Itzenbüttel selbst knapp 190.

  • Moderater Einwohner-Zuzug
  • Lieber echte Einwohner als Monteure
  • 200 ist Maximum
  • Ein maßvoller Zuzug ist verträglich

Verkehr – wie wird der Verkehr gelenkt?

  • Das Thema Verkehr ist ein wesentliches Thema;
  • Fahrradwege,
  • Sicherheit,
  • Temporeduzierung
  • Das Thema Verkehr ist mehr ein Jesteburger Thema als ein Itzenbüttler Thema.

Sonstiges

  • Es sollen Dorffeste stattfinden
  • Offenheit gegenüber Neubürgern wird gefordert
  • Einen Dorfladen soll es geben

Thomas Wilken fasst die Publikumsstatements zusammen

Aus diesen Versatzstücken wird jetzt der Entwurf eines Masterplans konzipiert; am 21. November (Termin vormerken!) wird dann dazu diskutiert. Zum Diskussionsergebnis und zu weiteren Schritten berät im Januar die Politik.

 

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NL#183 – Gestern im Bauausschuss (Sandbarg, Reitverein, bezahlbarer Wohnraum)

So: Sommerferien vorbei; los geht es wieder mit der Gremienarbeit – und im Bauausschuss wurden dann gestern erstmal die ‚liegengebliebenen‘ Themen, bereits begonnene Projekte, wieder aufgenommen. Und es war eine gelungene Premiere im – der Gemeinde gehörenden – Veranstaltungsraum im neuen Schützenhaus.

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NL#181 – Auf in den Ganztag!

Dass wir in Jesteburg und Bendestorf die Ganztagsschule brauchen ist inzwischen – hoffentlich – unumstritten.

Die 90 Plätze „pädagogischer Mittagstisch“, die (von der Gemeinde finanziert) für die Schulkinder im kommenden Schuljahr bereitgestellt werden, reichen schon nicht mehr für den Bedarf – und der Bedarf wächst weiterhin (und ist ein schöner Nebeneffekt der Tatsache, dass Jesteburg noch eine wachsende Gemeinde ist!).

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NL#179 – Gestern im Bauausschuss: Itzenbüttel & Sandbarg

Schon die zweite Sitzung des Bauausschusses im Mai. Und jedenfalls war es mehr ein Ausschuss zu Itzenbüttler denn zu Jesteburger Themen, und das wird ja auch unterstrichen durch einen der wichtigsten Tagesordnungspunkte: die Empfehlung des Ausschusses zur Erstellung eines Masterplans für diesen Ortsteil. Und die Sitzung war erfreulich gut besucht!

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NL#178 – neu: Feuerwehrgerätehaus Jesteburg

Der Feuerwehrausschuss gestern hatte wenig Highlights, dafür aber das Angebot einer Begehung des neuen Jesteburger Feuerwehrgerätehauses – der Einladung sind einige Ratsmitglieder gerne nachgekommen. Ortsbrandmeister Jo Röhrs führte mit seinen Kollegen durch die neuen Räume und lieferte die dazu passenden Informationen.

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NL#176 – Schulwegsicherung in Bendestorf

Alles nicht so einfach und alles nicht so schnell. Um hier mal einen Eindruck zu geben, wie lange es dann doch dauert bis eindeutige Entscheidungen des Gemeinderats umgesetzt werden können: hier der letztendlich geglückte Versuch einer verbesserten Schulwegsicherung in Bendestorf.

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NL#174 – Gestern im Bauausschuss (Sandbarg-Center – Update Lüllau – Tempolimit)

Das Hauptthema im Ausschuss gestern war sicher die Planung des Winsener Architekten Salvers, der – als Alternativentwurf zum (laufenden) Famila-Projekt – ein umfassendes Konzept zur Erschließung der bisher nicht bebauten Fläche oberhalb der Bahn vorlegt: das sogenannte ‚Sandbarg-Center‘. Es handelt sich dabei um einen umfassenden Entwurf, der, würde er umgesetzt, unser Dorf sicher grundlegend verändern würde.

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