NL#223 – Digitalisierung – Strassenlampen werden Drohnenlandeplätze

Die Digitalisierung ist in vollem Gang – aber wo wird sie uns hinführen? – am letzten Donnerstag haben wir uns zum Thema in der Schützenhalle getroffen. Konkurriert haben wir an dem Abend mit dem Fußball-Länderspiel gegen Russland. Und wir haben gesehen: die Herausforderungen der Digitalisierung sind mindestens genauso spannend und so konnten wir mit einem zahlreich erschienenen Publikum intensiv um folgende Fragen kümmern:

  • Was steckt in dem Thema jenseits der bereits banalen Lösungen wie elektronischer Kommunikation tatsächlich drin?
  • Wie kann man sich ein Netzwerk im eigentlichen Sinne des Wortes ‚sozial‘ vorstellen und was sind dann die Rahmenbedingungen?
  • Wie hilft ein disruptiver Ansatz im Bereich des Gesundheitsmanagements dem Kunden und Bürger?
  • Und auf welchem Weg ist eigentlich die Verwaltung?

Zukunft existiert schon – das digitale Cockpit von Bad Hersfeld.

Michael Sahnau von Microsoft begann zunächst mit der großen Zukunftsvision für einen Ort wie Jesteburg, in seinem Bild von der Zukunft fahren, klar, die Busse fahrerlos und viel kleinteiliger durch die Ortsteile, Laternen (60-90 Millionen davon gibt es in der EU) sind nicht nur moderne LED-Leuchtmaschinen, sondern natürlich WLAN-Sender, Emissions-Messgeräte, Ladestationen für e-Fahrzeuge und Drohnen-Landeplätze. Öffentliche Mülleimer melden ihren Füllgrad an die städtischen Betriebe, die so effizienter und nachhaltiger anfahren und leeren. Überraschend: das alles ist tatsächlich in einzelnen Musterorten so umgesetzt, Bad Hersfeld ist zum Beispiel Vorreiter und dort wird kein Stadtmöbel, keine Parkbank und keine Plakatwand mehr angeschafft, die nicht per Internet kommunizieren kann. Das Internet der Dinge (IoT) als strukturgebende Größe in der Gemeinde.

verödete Einkaufszentren – und den Umsatz macht Amazon

Und Michael Sahnau zeigt uns auch die Wirkung unseres Konsumverhaltens – verödete Warenhäuser, wie sie heute bereits in den USA zu besichtigen sind – bald auch hier das Ergebnis der Digitalisierung des Konsums?

Nebenan.de hatten wir eingeladen, weil uns der soziale Ansatz der Plattform begeistert. Hier wird datensparsam miteinander umgegangen, durch den Einsatz der Online-Vernetzung soll das Offline-Leben, das echte Leben, attraktiver und an interaktiven Möglichkeiten reicher werden.  Das Netzwerk funktioniert heute bereits in Jesteburg – aber der Plan ist ein intensiver Ausbau der Möglichkeiten, so dass der Jesteburger und die Jesteburgerin auf einer zentralen Plattform alle Möglichkeiten zum geschützten kommunikativen Austausch miteinander haben („aus Fremden werden Nachbarn“), alle Veranstaltungen hier propagiert werden, alle relevanten

gutes Motto: nebenan.de führt Nachbarn zusammen

Verwaltungsinformationen einsehbar sind, örtlicher Einzelhandel  und die Vereine der Samtgemeinde nicht nur Informationen zur Verfügung stellen können, sondern auch über Umfragen direkt mit den interessierten BürgerInnen ins Gespräch kommen und sich einfach Interessengruppen bilden können („die Gassigehgruppe“). Dazu haben wir festgehalten: wir werden im Anschluss an diese Veranstaltung ein exemplarisches Konzept für Jesteburg mit nebenan.de entwerfen und die Umsetzung über einen Antrag an den Wirtschaftsausschuss anschieben. Da hoffen wir natürlich auf viele Mitdenker und Mitstreiter! Ein großer Dank jedenfalls an Anne Gottwald, die sich als Referentin des Themas von Berlin aus aufgemacht hatte!

Die wesentlich kürzere Anreise hatte Markus Bönig, der mit seiner Firma vitabook (25 Mitarbeiter) im Försterhus mitten in Jesteburg sitzt. Vitabook kümmert sich um digitale Lösungen im Gesundheitswesen und kürzt zum Beispiel für chronisch Kranke den Kreislauf der Rezeptverlängerung für dauernd benötigte Medikamente per Knopfdruck über eine App ab. Markus Bönig bewies in seinem Vortrag unstrittig großes Verkaufstalent und zeigte überzeugend die ganz konkreten Vorteile neuer Entwicklungen in seinem Bereich auf. Und es wurde klar, dass der Ansatz der Digitalisierung oft darauf beruht bereits vorhandene Komponenten und Dienstleistungen – in diesem Fall der Ärzte und Apotheken – neu zusammenzudenken und elektronisch zusammenzuführen. Die Lösung und der Charm liegt im positiven Erleben des Anwenders.

Patient.Plus deckt den Medikamentenbedarf automatisch

Und schließlich zeigte uns Hans-Heinrich Höper, Bürgermeister der Samtgemeinde Jesteburg, noch die Digitalisierungsthemen, mit denen sich die Verwaltung herumschlägt (man hatte den Eindruck, dass die Bewältigung der Aufgaben mühevoller ist, als wir uns das alle vorstellen). Hr. Höper zeigte auf, dass es einerseits sinnfällig und von den BürgerInnen gewünscht ist, seine Passverlängerung elektronisch durchführen zu können – andererseits, da das nur alle 10 Jahre passiert, der Nutzen gar nicht so groß ist. Die größte Herausforderung ist allerdings eine politische: die Vorgaben für die Ausgestaltung des gewünschten Bürgerkontos kommen über die Bundesebene und werden von Menschen diskutiert und als Erlasse etc. in Form gegossen, die von den kommunalen Rahmenbedingungen doch recht wenig verstehen. So muss die Verwaltung vor Ort alle Kraft aufwenden, dass die Lösungsansätze nicht am Kunden – dem Bürger – vorbei gehen.

Wie sind wir aus dem Abend rausgekommen? Mit dem Eindruck, dass das Geschäftsmodell von Vitabook schon fertig ist, das von nebenan.de noch nicht. Dass manche Lösungen aussehen wie Visionen – tatsächlich aber schon irgendwo in einer smart city existieren. Dass wir was damit anfangen können, was da noch auf uns zukommt, weil es unmittelbaren Nutzen bringt und das Leben leichter macht.

Das Länderspiel endete übrigens mit der Erkenntnis, dass eine Halbzeit mit Toren zum Gewinnen reicht und in der deutschen Mannschaft noch Entwicklungspotenzial steckt; der Digitalisierungsabend kam zur Erkenntnis, dass der Prozess der Digitalisierung noch nicht abgeschlossen ist. Digitale Technologien sind erheblicher Bestandteil unseres Alltags – aber wir können noch Einfluss nehmen auf das, was kommt.

Wir bleiben dran, an diesem Thema!


NL#222 – Gestern im Bauausschuss (Itzenbüttel – Reitplatzgelände – Haushalt)

Gestern hat sich der Bauausschuss auf‘s Neue mit den Erweiterungsplänen von Hof & Gut in Itzenbüttel beschäftigt und dabei die nächste Stufe genommen: der Antrag von Hof&Gut wurde in diesem Gremium mehrheitlich bestätigt und weitergegeben an Verwaltungsausschuss und Gemeinderat. Den Rest des Beitrags lesen »


NL#221 – Digitalisierung – was bringt’s dem Dorf?

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NL#220 – Gestern im WTKA – die Zuschuss-Debatte.

Das Publikum der Sitzung gestern Abend am Sandbarg im WTKA (Wirtschafts-Tourismus- Kultur-Ausschuss) bestand ausschließlich aus Betroffenen – also Menschen, die interessiert waren an Beschlüssen zu Zuschüssen und Verantwortungen die sie selbst eingebracht hatten bzw. die sie unterstützten.

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NL#219 – einer langen Reise Ende (famila kommt)

Jesteburg hat einen dramatischen Kaufkraftabfluss, braucht ein Angebot im Bereich der Nahversorgung und wir haben keinen anderen Standort anzubieten als den für famila vorgesehenen. Aber es hat ja länger gedauert. Viel länger als wir Jesteburger uns das alles vorgestellt haben.

So geht die Geschichte (Kurzversion):

  • März 2011 – mehrheitliche Entscheidung des Rates für famila als neuer Verbrauchermarkt auf dem Festhallengelände.
  • September 2011 – ein Bürgerentscheid sollte den Gemeinderatsbeschluss aufheben, endete jedoch mit dem Ergebnis „so soll es sein“ – jedenfalls konnte sich keine Mehrheit für die Option EDEKA/Aldi aussprechen (was wohl – was damals niemand abschätzen konnte – zu einem projektiven Durchmarsch geführt hätte, schließlich wäre das ja der auch in Hanstedt ansässige EDEKA-Unternehmer Dalinger gewesen, aber das ist nur eine These …).
  • 2012 – arbeitsreich und mühsam und in den Ratsgremien in Details durchaus kontrovers diskutiert beschäftigen wir uns mit der Vertragsausgestaltung.
  • 2013 – die Gemeinde Jesteburg schließt den Vertrag mit famila.
  • 2014 – erste B-Plan-Aufstellung (für einen 3.200 qm großen Verbrauchermarkt).
  • 2014 – Klage der Samtgemeinde Hanstedt gegen den B-Plan wegen eines Verstoßes gegen eine Vorgabe (Integrationsgebot) der geltenden Raumordnung.
  • 2016 – Bestätigung der Einwände Hanstedts vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg.
  • Februar 2018 – neuer Anlauf – neuer B-Plan (jetzt für eine 2.400 qm große Verkaufsfläche).
  • Oktober 2018 – Baugenehmigung.

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NL#218 – Gestern im Gemeinderat – verschobene geordnete Verfahren und jede Menge Heitmann.

Die Sitzung gestern Abend im Schützenhaus der Gemeinde war enorm gut besucht. Es gab etliche Bürger, die sich in der Gemeinderatssitzung aus erster Hand informieren wollten: wie fallen die Entscheidungen zu den beiden wesentlichen Entwicklungspunkten Itzenbüttels – der angestrebten Verschiebung der nördlichen Baugrenze auf dem Böttcherhof und der deutlichen Abweichung vom Masterplan im Falle der Hofstelle Hof&Gut?

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NL#217 – Gestern im Bauausschuss (vor allem Itzenbüttel-Projekte)

Ein „Sahnestück“ unseres Dorfes, sagt Bürgermeister Udo Heitmann. Gemeint ist das Grundstück des Reitvereins, und um dessen Nutzung drehte sich gestern im nichtöffentlichen Teil der Bauausschusssitzung.

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