NL#215 – Meinungsaustausch (3) – Famila etc.

Zu den letzte Woche angesprochenen Themen gab es reichlich Feedback, direkt per email und in den digitalen Netzwerken.

Und klar, Einige sehen Einiges auch anders. Und mancher Austausch bringt einen ja auch auf neue Gedanken. Will sagen: beim ‚Meinungsaustausch‘ tauscht man ja auch was aus, zum Bsp. einen Teil der bisherigen eigenen Meinung gegen einer neue Perspektive. Oder so. Sollte uns allen noch so gelingen.

Besten Dank also auf jeden Fall für die zahlreichen Rückmeldungen – und die individuellen Nachrichten werden dann in den nächsten Tagen auch individuell beantwortet. Versteht sich von selbst.

Jetzt soll hier aber noch Stellung bezogen werden zu einem weiteren zentralen Thema, das wir am Ort politisch und verwaltungsseitig bearbeiten.

Der Einzelhandel in Jesteburg – wie steht’s um Famila?

Lange Geschichte, kurz und grob zusammengefasst: da hatte Jesteburg mal einen kleinen Edeka (wo heute Budnikowski drin ist), der sollte – und so war das lange vorbesprochen aber eben noch nicht offiziell geklärt – wenn die Gemeinde den Dauerkonflikt mit dem Schützenverein in dem Zuge lösen kann – auf das Festhallengrundstück ziehen. In der entscheidenden Ratssitzung tauchte dann aber – eben – Famila als weiterer Interessent auf, überzeugte mit seinem Konzept die Ratsfraktionen mehrheitlich und damit war die Planungsphase für dieses Projekt angestoßen (das war 2011). Und dann gab es einen Bürgerentscheid, mit dem die Gemeinderatsentscheidung korrigiert werden sollte – der aber keine Mehrheit fand. Dann die langwierigen Vertragsverhandlungen mit der Famila-Muttergesellschaft, die Dispute in den Ausschüssen und im Rat, die Entscheidungen schließlich zu Vertrag und B-Plan, die auf Empfehlung einer Verhandlungskommission bzw. von Gutachtern getroffen wurden und jeweils eine große Mehrheit der Stimmen für das Projekt brachten (2014). – Dann die erfolgreiche Klage der Nachbargemeinde Hanstedt, die erstmal wie eine massive Bremse für das Projekt wirkte, quasi zeitgleich die Überarbeitung der Landesraumordnungsplanung (LROP – 2016), in der die Regelungen u.a. auch für Planung und Bau eines Verbrauchermarkts in dieser Größenordnung neu festgelegt wurden, die Überarbeitung der Planungen inklusive einer Verkleinerung der Marktfläche und eines Städtebaulichen Konzepts, die Neukonzeption eines passenden B-Plans und dann die verwaltungstechnische  Abarbeitung (Auslegung, Abwägung, erneute Auslegung, Einreichung beim Landkreis – 2018).

Soweit zur Geschichte. Was interessiert die BürgerInnen? Gefragt werden wir regelmäßig

  • Welche Schwierigkeiten können jetzt noch auf uns zukommen?
  • Kommt Famila jetzt wirklich, und wann?
  • Was bedeutet Famila für den Einzelhandel vor Ort?

(c) famila

Schwierigkeiten haben wir im vergangenen Laufe des Verfahrens genug gesehen und abgewogen. Wir – die Ratsmitglieder seit 2011 – haben uns bei der Entscheidung intensiv mit den Vertragsdetails und den Einspruchsmöglichkeiten verschiedener Seiten befasst und sind schließlich den juristischen und fachlichen Beratern gefolgt, die eine Umsetzung des Projekts damals für möglich hielten, gerade weil Jesteburg in der Dorfmitte keine Alternativfläche entsprechend nutzen konnte (by the way: auch der REWE-Standort in Jesteburg wäre unter der Maßgabe des Oberverwaltungsgerichtes nicht genehmigungsfähig). Und wir haben die Beispiele rund um unsere Gemeinde gesehen: zum Bsp.  Rewe in Klecken und EDEKA in Ramelsloh auch in diesen Fällen liegt der Verbrauchermarkt außerhalb der jeweiligen Dorfmitte.

Theoretisch kann es auch auf dem weiteren Genehmigungsweg jetzt immer noch neuen Hürden auf dem Weg zur Baugenehmigung kommen. Vor dem Hintergrund der neuen LROP, der Berücksichtigung der (nur sehr theoretischen) Alternativfläche ‚Am Sandbarg‘ in der Abwägung (da verweisen wir gern auch nochmal auf unseren NL#169 zur Bauausschusssitzung vom 08. Februar 2018) und der abgespeckten Fläche (2.400 qm statt ursprünglich 3.100 qm) gehen wir jetzt aber davon aus, dass das läuft …

Zur Frage: wann jetzt wirklich? – Sicherheit haben wir, wenn die Baugenehmigung vorliegt; die Genehmigung wird vom Landkreis erteilt. Zu rechnen ist damit in den nächsten Wochen. Dann kann eine Fertigstellung und Eröffnung 2019 erfolgen.

Und was wird die Öffnung eines großen Verbrauchermarktes für den Einzelhandel vor Ort bedeuten? – In den grundlegenden Diskussionen ging es immer um die zentrale Frage: was nützt Jesteburg? – und da ist für uns die Antwort klar: ein hinreichendes Einzelhandelsangebot (das wir im Moment nicht haben), das dazu führt, dass die Jesteburger Kaufkraft in größerem Umfang am Ort gehalten wird, als das heute passiert. Also die Reduzierung des Kaufkraftabflusses in andere Orte (das wird natürlich auch vom Angebot des Marktes anhängen – der EDEKA-Markt in Ramelsloh ist da schon ein anspruchsvoller Benchmark). Und die Hoffnung ist: wer für seine ‚großen Einkäufe‘ am Ort bedient wird, der bleibt auch am Ort für seinen Samstags-Kaffee, für den Besuch in der Buchhandlung und für sonstige Einkäufe, die im Dorf noch möglich sind.

Und was in welchem Umfang möglich ist, das hängt auch mit der grundsätzlichen Attraktivität der Ortsmitte zusammen.

Informationen dazu folgen.

Wir halten Sie gern auf dem Laufenden!


One Comment on “NL#215 – Meinungsaustausch (3) – Famila etc.”

  1. Anonymous sagt:

    Nach meiner Erkenntnis warten die Jesteburger Bürger sehnlichst den Tag herbei,an dem
    Famila endlich seinen Markt eröffnet. Ob in Buchholz oder in Rameloh trifft man immer wieder
    Jestburger, die dort einkaufen, weil die Märkte im Ort nicht das bieten, was man als Kunde
    erwartetet, nämlich Qualität und vollständiges Sortiement zu vernünftigen Preisen.


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