NL#210 – Berlin – Jesteburg

Ab und zu besucht unsere Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler unser Heidedorf. Berichte zur Politik in Berlin bringt sie mit. Und sie holt sich unsere Einschätzung ab zu dem, was gerade in der Hauptstadt los ist, soweit wir das hier wahrnehmen und durchdringen. Feedback zum Geschehen auf der großen Bühne.

Über den Kunstpfad und Kunst im Allgemeinen in Jesteburg wird sie nicht sprechen, kündigt sie an. Und unser Gesprächsfokus ist dann auch ausgerichtet auf das, was mit Bedeutung für den Bund passiert. Das ist ja auch Sinn und Zweck der Veranstaltung.

30 Genossinnen und Genossen und intensiv mitdiskutierende Gäste sind da – im wunderbaren Café Book – und die Erfahrenste unter uns, mit bald 88 Jahren, stellt fest, dass genau diese Begrüßung überholt sei, man wolle sich ja verändern und entwickeln und überhaupt: ‚Genosse‘ käme ja von ‚genießen‘ – und Vieles intern sei doch eher ungenießbar aktuell.

Wir ehren zunächst Ingrid Schröder für über 70 Jahre Mitgliedschaft in der SPD. Urkunde, Anstecknadel, Applaus! Später bringt Ingrid sich rege in die Diskussion ein und beweist, dass sie natürlich auf der Höhe der Tagespolitik ist.

Da ist Svenja Stadler schon von Berufs wegen und sie berichtet, wie in der Bundestagsfraktion gerade der früher schwesterlichen Koalitionspartner wahrgenommen wird. Es gibt einen Dissens: in Berlin sieht man sich offensichtlich als die Ruhe bewahrenden, unzerzausten und sich sachpolitisch orientierenden Begleiter des Unionschaos. Aus Jesteburger Blickwinkel sind die Meinungsäußerungen der SPD nicht wahrnehmbar genug. Der breite politische Freiraum, den die bayrischen Wahlkämpfer und die Bundeskanzlerin gerade lassen, wird unserer Meinung nach viel zu wenig genutzt.

Auf den Punkt wird dann der taktische Klamauk analysiert, den unsere Regierungspartner da veranstalten, denen gerade die christliche und die europäische Ausrichtung verloren geht. Svenja Stadler nimmt unseren Wunsch mit, mit unseren Positionen besser sichtbar zu sein in dieser Gemengelage.  Sie verweist in diesem Zusammenhang zurecht darauf, dass die SPD in früheren Zeiten zu allen wichtigen Themen mehrstimmig und mit unterschiedlichen Aussagen kommuniziert hätte, was ja auch nicht recht gewesen war, jetzt sei man doch wenigstens ohne eigenproduzierte Störgeräusche unterwegs.

Zu guter Letzt: es wird vorgeschlagen, dass ein großer, positionsbestimmender Kongress zur Asyldebatte das Thema umfassend und sachlich korrekt behandeln sollte, Otto Schily wird herbei gewünscht als der Typus des Innenministers, der die aktuelle Herausforderung und den administrativen Dilettantismus wohl deutlich besser in den Griff bekommen würde.

So wird der Abend – wie auch die aktuellen Berichterstattungen – geprägt von den Themen rund um die Asyldebatte. Obwohl, das stellen wir schon auch fest, andere Debatten, zum Bsp. zum Pflegenotstand, zum Renovierungsstau im Bildungssystem, zur Eindämmung der Umweltverschmutzung  und vor allem zur Förderung der Euphorie für die Europäische Idee unbedingt notwendig wären. Dazu wird es Folgetermine geben.



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