NL#208 – Mittwoch. Markttag in Jesteburg.

Am Thema ‚Markt‘ hat sich in den letzten Jahren ja so Einiges entzündet und es gab eigentlich unfassbare Stürme im Wasserglas – allerdings mit durchaus faktischen Auswirkungen z.B. für das Verhältnis des Jesteburger Ratsherren Hans-Jürgen Börner zum Wochenblatt, dem allmächtigen – zumindest bezogen auf die arg ausgedünnte Presse- und Meinungslandschaft hier.

Das Thema wollen wir allerdings hier nicht vertiefen, ehr ruhen lassen, obwohl diese Vorgeschichte (siehe u.a. NL#150) natürlich durchaus etwas zu tun haben mag mit der aktuellen, sagen wir, eigentümlich kampagnenartigen Berichterstattung unseres regionalen Anzeigenblattes zum Antrag im letzten WTKA die Markt-Organisation in Jesteburg einmal notwendig zu ordnen.

Es geht dabei ja nicht um den Markt und seinen Betrieb als solchen. Es geht um die gemischte Gemengelage des Gesundheitszustands des örtlichen Gewerbekreises (=krank), die Zukunft des Marktes (= gut!) und den Regelungsanspruch der Kommunalpolitik (= berechtigt) vor dem Hintergrund viel zu knapper Kassen.

Die Geschichte ist nicht ganz einfach, besteht vor allem aus der Verquickung von komplizierten Vorgeschichten, die man sich eigentlich alle von den originalen Akteuren anhören muss, um Orientierung zu finden. Zusammengefasst lässt sich die Lage vielleicht am besten so beschreiben:

  • Ursprünglich lief es gut. Der Gewerbekreis in seiner Blüte hatte die Marktorganisation von der Gemeinde übernommen, mit allen Rechten und – zumindest impliziten – Pflichten, nämlich die Einnahmen von jährlich etwa 5.000 € für die Förderung des Jesteburger Vereinslebens einzusetzen. So war die Abmachung und so lief es lange für alle Seiten mehr als zufriedenstellend.
  • Dann fing es an schlecht zu laufen. Der Gewerbekreis kränkelte an zwei Enden: zum einen hinsichtlich seiner originären Aufgabenerfüllung und seiner Strukturen (es fand sich z.B. kein kompletter Vorstand mehr, dazu wurde auch ausführlich berichtet (http://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/jesteburg/wirtschaft/gewerbekreis-steht-vor-einer-neugruendung-d101512.html)), zum anderen bei der Umsetzung der Pflichten aus dem Marktbetrieb. Ein Weihnachtsmarkt hat im letzten Jahr nicht stattgefunden, die Maibaumaufstellung in diesem Jahr fiel ebenfalls aus. Das kann ja auch zusammenhängen: wenn Strukturen nicht mehr da sind, dann fehlen auch die Ressourcen. In diesem Zusammenhang ausdrücklich ein großes Danke an all die Aktiven, die sich in den letzten Jahren so energisch für diesen Teil des Dorflebens eingesetzt hatten! – Zusätzlich schwächte sich der Verein dann noch durch internen Vorstandszwist, bei dem es, wie man hört, auch um die Nutzung/Verteilung der über den Betrieb des Wochenmarkts eingenommenen Gelder ging.
  • Was gilt es jetzt zu lösen? – die Gemeinde soll im Zuge der o.g. Entwicklung die Möglichkeit haben
    1. Das Marktrecht wieder selbst auszuüben.
    2. Gern einen Verein ihrer Wahl mit der Umsetzung und Organisation beauftragen (das kann natürlich auch der aktuell noch bestehende Gewerbekreis – oder eine Nachfolgeorganisation – sein)
    3. Die Verwendung der Einnahmen zu regeln und die sich aus der Überlassung von Einnahmen ergebenden Pflichten möglichst verbindlich zu formulieren.

Und genau in diese Richtung zielt auch der Beschluss des WTKA vom 18. April: „Die Gemeinde nimmt das Marktrecht zurück und erlässt eine Markt- und Gebührensatzung.“ Nichts mehr. Und nichts weniger.

Zur Verwendung der Einnahmen kann man sich diverse Regelungen vorstellen, die z.B. eine gewisse Zweckbindung beschreiben und dazu führen, dass sehr willkommene Events wie ein Weihnachtsmarkt auch tatsächlich durchgeführt werden. Wir sind gespannt auf den Fortgang der Debatte.



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