NL#194 – Wo wollen wir hin? / Spannungsverhältnis.

Thomas Wilken

Die Reihe der Rats-Klausursitzungen haben wir im Januar fortgesetzt. Vorletzten Samstag saßen die Ratsmitglieder aller Fraktionen im Sitzungssaal der Freiwilligen Feuerwehr (danke für die gute Verpflegung!) zusammen. Es wurde gearbeitet.

Begleitet von einem Moderator ging es um die Zukunftsthemen unserer Gemeinde, die Leitlinien für „Jesteburg 2030“. Dass zwischen den thematischen Schwerpunkten ein noch größeres Spannungsverhältnis ist als zwischen einzelnen Ratsmitgliedern wurde in der Sitzung auch deutlich. Der Moderator hat das beschrieben und sein Fazit gezogen:

Die Zukunft der Gemeinde Jesteburg stand im Mittelpunkt einer Klausur des Gemeinderates am 13. Januar im Feuerwehrhaus.

Über alle Parteien hinweg verständigten sich die fast vollständig anwesenden Ratsmitglieder auf erste Eckpunkte zur Entwicklung der Gemeinde bis 2030. Den Ausgangspunkt der von Thomas Wilken (KONTOR 21) moderierten Beratungen bildete das 2008 erstmalig verabschiedete und anschließend zweimal fortgeschriebene Zukunftskonzept Jesteburg 2020.

Es wurde geprüft, ob die darin enthaltenen Kernaussagen auch den zukünftigen Herausforderungen gerecht werden. Im Ergebnis stellten die Klausurteilnehmer fest, dass die damals formulierte Grundrichtung im Wesentlichen noch stimmt, angesichts veränderter gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zugleich aber auch Modifizierungen und Ergänzungen notwendig sind.

Wichtige Zukunftsaufgaben sehen die Ratsmitglieder bis 2030 vor allem in der Schaffung bezahlbaren Wohnraums, der Ansiedelung von Unternehmen aus Wachstumsbranchen, der Bahnanbindung Jesteburgs an Hamburg, dem weiteren Ausbau des ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangebotes an Kindertagesstätten und Schulen sowie der Sicherstellung einer langfristig tragfähigen Finanz- und Verwaltungsstruktur der Gemeinde.

Bei all dem gelte es zugleich, den dörflichen Charakter und die Besonderheiten Jesteburgs zu bewahren.

Sehr deutlich wurde in den Diskussionen aber auch, dass die genannten Aufgaben untereinander in einem teilweise erheblichen Spannungsverhältnis stehen. Dieses in jedem Einzelfall auszuloten und zu berücksichtigen wird daher eine zentrale Herausforderung in den kommenden Jahren sein.

Die Ratsmitglieder verständigten sich darauf, die begonnene Diskussion im Rahmen einer weiteren Klausur fortzusetzen. Dort wird es dann auf der Grundlage der entwickelten Leitlinien vor allem um zukünftige Schlüsselprojekte für die Gemeinde gehen. Vorschläge hierfür werden im Vorfeld in interfraktionellen Arbeitsgruppen ausgearbeitet. Es ist außerdem vorgesehen, Themen und Vorhaben von herausgehobener Bedeutung für die Entwicklung Jesteburgs öffentlich vorzustellen und zu erörtern.

Hamburg, 17. Januar 2018 Thomas Wilken.