NL#189 – Gestern war Bauausschuss – was meinen Sie?

Uns interessiert Ihre Meinung dazu: sollen wir am Jesteburger Osterberg alles lassen wie es ist? Brauchen wir ein neues Wohnquartier an dieser Stelle? – was ist Ihre Idee dazu?

Gestern war also die Bauausschusssitzung mit zwei ‚großen‘ Themen:  es ging um die Überlegungen zur Besiedlung des Jesteburger Osterbergs – in der Diskussion als ‚Sandbarg-Center‘. Und es ging um den Wohnungsbau an der Strasse Brettbeekskoppeln.

Wir haben im Ausschuss unsere Positionen vertreten (Cornelia Ziegert und Hans-Jürgen Börner waren gestern in medias res) und die kann man bei aller Komplexität der Themen auch ganz kurz zusammenfassen:

  • Für eine forcierte Herstellung bezahlbaren Wohnraums auf der gemeindeeigenen Fläche sind wir unbedingt, wir haben genug NachfragerInnen in diversen Bevölkerungsgruppen: bei den Alleinerziehenden und Alleinstehenden, den Berufseinsteigern, den anerkannten Asylbewerbern (by the way: auch in Jesteburg gibt es gelegentlich Zwangsräumungen, weil Familien nicht mehr in der Lage sind ihre Wohnungen zu bezahlen – Herr Höper hat gestern darauf hingewiesen).
  • Den Bedarf sehen wir bei mindestens 50 Wohnungen noch in 2018, eher mehr. Und wir sind da auf Samtgemeindeebene auch in der Pflicht: allein um die 40 anerkannten Asylbewerber haben einen Rechtsanspruch auf Unterbringung bei uns – ein Verbleib im Hotel Niedersachsen ist für den Landkreis keine Alternative.
  • Gut, dass wir über die gerade gegründete Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises jetzt mehr Möglichkeiten zur Umsetzung haben, als bisher.
  • Um das Thema zu illustrieren: hier Bilder einer ähnlichen Siedlung, wie sie an den Brettbeekskoppeln entstehen wird (Bsp. Winsen).

Winsen Weselohpark – (c) schroederimmobilien.de

Beschlossen dazu wurde gestern mehrheitlich die Variante, die die geplanten Reihenhäuser über den Ulenlock erschließt. Die Aufstellung des  B-Plans wurde mit 4:1 in den VA empfohlen (die Gegenstimme kommt vom  Ausschussmitglied der UWG – die sehen den Bedarf für zusätzliche Wohnungen in Jesteburg derzeit nicht).

Nächstes Thema:

  • Gegen eine Quartiersentwicklung auf dem Jesteburger Osterberg aka ‚Sandbarg‘ sind wir nicht grundsätzlich – wenn das die Akzeptanz des Großteils der Jesteburger und Jesteburgerinnen findet; die frühzeitige Beteiligung der Bevölkerung ist bei diesem Thema für uns essentiell. Und wir sehen da einen offenen Ausgang der Diskussion.
  • Allerdings glauben wir nicht, dass eine Einzelhandelsdimension im gestern vorgestellten Umfang so auch umsetzbar ist – wahrscheinlich ist das in dieser Größe weit weg von einer Genehmigungsfähigkeit, die Verwaltung hatte auch bereits darauf hingewiesen – und auch weit weg von einer denkbaren funktionierenden Koexistenz mit dem bestehenden Ortskern.
  • Und es gibt keine überzeugende Lösung für die Herausforderungen, die der Verkehr im Rahmen einer solchen Entwicklung zusätzlich schafft.
  • Also: lasst uns da drüber nachdenken, aber schüren wir nicht unredlich eine Erwartungshaltung, dass da schon in den nächsten 5 Jahren etwas passiert.

Aus dem Vortrag der Projektentwickler wurde deutlich, dass es hier vor allem um Standortsicherung für die bestehenden Märkte geht. Der Referent wies gestern vor allem auch darauf hin, dass die aktuell von Aldi und Rewe belegten Flächen nicht mehr marktgerecht sind und dass auch Penny (gehört übrigens zu Rewe) auf die neue Fläche wolle. Der Bau von Wohnraum ist in diesem Zusammenhang ‚nur‘ Beiwerk.

In der folgenden Diskusion kamen von Kalle Glaeser (Grüne) fundamentale Einwände; die Fläche soll auf jeden Fall so – grün – erhalten werden wie sie ist. Für die SPD argumentierte Cornelia Ziegert entsprechend unserer Position (s.o.) gegen eine adhoc-Entscheidung. Es gibt eben zu viele offene Punkte, deren Auswirkungen heute nicht zu übersehen sind. Also: wir sprechen uns gegen die Aufnahme einer Planung zum jetzigen Zeitpunkt aus. Einen sehr ähnlichen Standpunkt hat auch die CDU.

Dann, etwas absurd, argumentiert die UWG – also die gleiche UWG, die sich vor 5 Minuten noch gegen mehr Wohnraum an den Brettbeekskoppeln ausgesprochen hatte! –  jetzt vehement für ~ 140 Wohnungen am Osterberg-Gelände. Da wunderten sich nicht nur die anderen Ausschussmitglieder.

Es gab zur Diskussion einen Antrag jetzt einen städtebaulichen Vertrag mit dem potenziellen Entwickler anzustoßen – also Fakten zu schaffen. Das ist mit 4:1 Stimmen abgelehnt worden.

Zahlreiche BürgerInnen (vor allem Anwohner des Jesteburger Osterbergs / Sandbargs) haben die Chance gestern genutzt und die Ausschusssitzung als Zuschauer verfolgt. Etliche Nachfragen (v.a. auch Gegenreden!) zur ‚Sandbarg-Idee‘  wurden bereits im Ausschuss behandelt – das Gesamtbild gestern ergab eine eher abwehrende Haltung gegen das Projekt.

Was uns nach der Sitzung jetzt besonders interessiert: was denken SIE zu diesen beiden Themen? Wie beurteilen SIE die Notwendigkeit der Schaffung von zusätzlichem Wohnraum? Und was wäre Ihr Wunschszenario für den Jesteburger Osterberg?

Wie ist Ihre Meinung? – schreiben Sie mir gern an steffen.burmeister@gmx.de.

 



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