NL#181 – Auf in den Ganztag!

Dass wir in Jesteburg und Bendestorf die Ganztagsschule brauchen ist inzwischen – hoffentlich – unumstritten.

Die 90 Plätze „pädagogischer Mittagstisch“, die (von der Gemeinde finanziert) für die Schulkinder im kommenden Schuljahr bereitgestellt werden, reichen schon nicht mehr für den Bedarf – und der Bedarf wächst weiterhin (und ist ein schöner Nebeneffekt der Tatsache, dass Jesteburg noch eine wachsende Gemeinde ist!).

Die erfolgten Ablehnungen bei den Wünschen nach einer Nachmittagsbetreuung haben in den Familien durchaus Panik verursacht, denn bisher war die ganztägige Unterbringung in der Kita wunderbar geregelt. Ich weiß von einem Fall berufstätiger Eltern, die schon überlegt haben, ob sie vor Gericht ziehen und auf Gleichbehandlung klagen sollen.

Wir müssen als Gemeinde für junge Familien attraktiv bleiben. Die gute schulische Versorgung ist ein Argument für die Wahl des Wohnortes. Das ist inzwischen Konsens im Ort und in der Schule.
Aber wie können wir eine qualitativ hochwertige Nachmittagsbetreuung für unsere Kinder herstellen?

An dieser Frage arbeiten die beiden Schulen in Jesteburg und Bendestorf sowie der Schulausschuss im Samtgemeinderat mit Hochdruck, denn dazu sind sowohl bauliche Änderungen als auch pädagogisch-konzeptionelle Planungen notwendig, die in die Planungen des Architekten einfließen müssen.

Dazu hat es gestern bereits die vierte Schulbesichtigung gegeben – zur Vorbereitung der konkreten Entwicklung unserer Grundschulen zu einem Ganztagsmodell besuchen wir erfolgreiche Modelle und lernen.  Beim letzten Besuch in Clenze war Heike Lund, Mitglied im Samtgemeinderat Jesteburg, dabei. Hier ihr Bericht:

Am 14.6. hat sich eine Gruppe von 10 Interessierten auf den Weg nach Clenze im Landkreis Lüchow-Dannenberg gemacht. – Wer war dabei?

Von den Grundschulen Jesteburg und Bendestorf die Schulleitungen, außerdem Lehrer und Elternvertreter sowie drei Mitglieder aus dem Schulausschuss der Samtgemeinde – und alle waren sichtlich beeindruckt von der Stimmigkeit des vorgestellten Modells.

Die Schulleitung der Grundschule Clenze, eine Lehrerin sowie der dortige Samtgemeindebürgermeister standen zur Verfügung, um Ihr neues Schulgebäude (seit einem Jahr im Betrieb) und ihr pädagogisches Konzept vorzustellen und diverse Fragen zu beantworten.
40 – 45 Kinder eines Jahrgangs werden in einem großen offenen Lernbereich zusammengefasst und von zwei Lehrern im festen Team gleichzeitig betreut.

Zunächst waren wir durchaus geschockt über die große Anzahl Kinder – wie soll da eine ruhige Arbeitsatmosphäre entstehen können?

Dann haben wir die Räume gesehen und plötzlich wurde das Konzept plausibel:
Es gibt einen großen Ruhe-Arbeitsraum für alle Kinder mit Teppichboden (geräuschdämmend), abgegrenzten individuellen Arbeitsplätzen, wo die Kinder ihr Arbeitsmaterial griffbereit in Schränkchen verwahren können.

Dazu kommt ein Raum mit Gruppentischen, in dem ein Lehrer unterschiedlich großen Gruppen (je nach individuellem Leistungsstand) eine Einführung in neuen Stoff, weiterführende Erklärungen oder besondere Förderung geben kann, während alle anderen Kinder im Arbeitsraum von dem zweiten Lehrer betreut werden. Auch Gruppenarbeit kann hier stattfinden, ohne dass Mitschüler gestört werden.

Außerdem gibt es eine große Küche mit weiteren Gruppentischen
und einen Bereich, wo sich alle Kinder im Morgenkreis versammeln können. Das alles geht offen ineinander über.

So sind Lernvoraussetzungen gegeben, die ein Lernen in eigenem Tempo und nach individuellen Möglichkeiten, konzentriertes Arbeiten und ein gelingendes soziales Miteinander ermöglichen.
Natürlich gibt es auch noch Fachräume, einen Begegnungsraum für die ganze Schule …
In so einer Schule können sich Kinder auch von 8 Uhr bis 17 Uhr wohlfühlen – das ist uns allen bei der Schulbesichtigung deutlich geworden.

  • Es ist aber noch ein langer Weg, der zurückgelegt werden muss, wenn wir uns diesem Ziel annähern wollen:
    Die Schulen arbeiten intensiv weiter an der Schulkonzeption – dann die Frage: Wie kann das erarbeitete Konzept mit den räumlichen Gegebenheiten realisiert werden. Was muss an-neu-um-gebaut werden?
  • Es muss mitgedacht werden, dass sich aus einem anfangs offenen Ganztagsschulbetrieb (die Eltern können wählen, wie oft ihr Kind an dem Angebot teilnimmt) möglicherweise in ein paar Jahren eine gebundene Ganztagsschule entwickelt, wo der Schultag besser rhythmisiert werden kann.
  • Wie sieht es an der Grundschule Bendestorf aus, die räumlich noch viel beengter ist, als in Jesteburg?
  • Und in Jesteburg selbst: Machen ein Um – und Anbau und eine (dringend nötige) energetische Sanierung Sinn? Oder muss man hier ganz neu denken?
  • Und nicht zuletzt: wie soll das Ganze finanziert werden?

Neue Erkenntnis: Das Kooperationsverbot wurde ja gerade aufgehoben, das es dem Bund verbot, wegen der Kulturhoheit in den Ländern Schulbauten zu finanzieren – eine große Summe Geldes ist inzwischen vom Bund dafür bereitgestellt worden. Können wir in unserer Samtgemeinde davon profitieren?

Viele Fragen!!

Aber ich finde: Die Kinder sind unsere Zukunft. Hier müssen wir klotzen, nicht kleckern!



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