NL#173 – Film-Halle A1 kann abgerissen werden – Ein denkwürdiger Erfolg des Gemeinderates von Bendestorf am Dienstag, 28. Februar!

hjbBürgermeister Brink hatte mal wieder Recht, als er die Sitzung des Gemeinderates in Bendestorf als „historisch“ bezeichnete. Das war sie, aber nicht für jeden Teilnehmer in dem Sinne, wie es der Bürgermeister gemeint hatte.

Historisch einmalig war die Sitzung gleich zu Beginn mit einem Verfahrenstrick: Ratsfrau Heidemarie Nemitz (CDU) erklärte sich zwar als befangen und stellte, bevor sie vom Ratstisch ging, doch noch schnell einen Antrag: Die Bürgerfragestunde solle vom Beginn der Sitzung  hinter den Beschluss zum Tagesordnungspunkt „B-Plan Schierenberg“, das ist das Filmgelände, gelegt werden.

Das wurde im Rat einstimmig angenommen. Damit verstieß der Gemeinderat gegen seine eigene Geschäftsordnung. Man wollte offenbar keine unbequemen Fragen und Diskussionen mehr zu diesem heiklen Thema.

Der B-Plan „Schierenberg“ wurde folglich mit großer Mehrheit angenommen, bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung. Die Bendesdorfer Wählergemeinschaft hatte sich mit ihrer absoluten Mehrheit durchgesetzt. „Was Bürgermeister Brink will, wird gemacht“, so ein Ratsmitglied nach der Sitzung.

Die Wohnbebauung rückt näher! Die Hallen können abgerissen werden, auch die Halle A1, „Die Wiege des deutschen Nachkriegsfilms“. „Das ist ein Skandal hoch drei, ein Kulturfrevel“, sagt Walfried Malleskat, Chef des Filmmuseums. Denn als kulturelles Erbe gehören das ehemalige VOX-Klangstudio, mit dem gerade eröffneten Museum und dem Produzenten-Kino, sowie die Halle A1 zusammen.

Viele Fragen bleiben unbeantwortet. Die wichtigsten:

  1. Warum wurde das Angebot der Reemtsma-Stiftung, den Erhalt der Halle A1 mit 50.000 zu unterstützen, in den Wind geschlagen, noch nicht einmal ernsthaft geprüft?
  1. Warum wird die Öffentlichkeit mit dem Argument, die Sanierung der Halle A1 koste rund 500.000 € in die Irre geführt? Diese Summe wäre nur für einen vollständigen Umbau zum Museum nötig gewesen, zu einer Zeit, als das Vox-Klangstudio als Museum noch nicht zur Verfügung gestanden hatte.
  1. Warum wird nicht gesehen, dass die Halle A1, so wie sie jetzt ist, als ein unmittelbarer Erlebnisraum, als Produktionsort für junge Talente und als wesentliches Argument für den Erwerb von Förder- und Sponsorengeldern genutzt werden kann?

Ohne Halle A1 wird es schwieriger werden finanzielle Unterstützung zu bekommen, so die Meinung von Experten und Förderinstitutionen. Hinzu kommt, dass der Verein des Filmmuseums von der Gemeinde in diesem Jahr nur mit unzureichenden 8.000 € unterstützt wird, ohne  irgendeine Zusage für die kommenden Jahre.

Der Rat von Bendestorf hat sich den Interessen der Eigentümer und Investoren verpflichtet gesehen und dabei leider das  kulturelle Erbe des ersten Filmstudios in Bendestorf vernachlässigt. Das kann man dann historisch nennen!

Hans-Jürgen Börner

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One Comment on “NL#173 – Film-Halle A1 kann abgerissen werden – Ein denkwürdiger Erfolg des Gemeinderates von Bendestorf am Dienstag, 28. Februar!”

  1. Danke für den Bericht ! Warum denn Befangenheit ? Möchte die gute Fr. Nehmitz etwa auch partizipieren mit Ihrer Immobilienfirma an dem Bauvorhaben Film-Studios ?


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