NL#86 – Kirchfeld. Anliegerversammlung. Schwierig.

kirchfeld_idee_kleinGestern war es dann so weit: die Anlieger des Itzenbüttler Kirchfelds versammeln sich zum Informationsabend. Am Schluss ist klar: es gibt drei Optionen mit ihrer jeweiligen Anhängerschar:

Die intensive Bebauung – den moderaten B-Plan – die Erhaltung des Status Quo.

Alle Varianten haben Ihre unterschiedlichen Konsequenzen.

  • Die intensive Bebauung führt zu Grundstücken mit 1.200 qm Mindestgröße (oder kleiner), etwa 48 Wohneinheiten (heute: 24) und einer Erschließung die – inkl. der Investition in Ersatz-Wald und Planungsgeld bei ~ 1,2 Mio. € liegt; die Summe würde in großen Teilen auf die Anlieger umgelegt – pro 1.000 qm Grundstück sind das 10.000 bis 20.000 EUR hat ein Anlieger ausgerechnet.
  • Der moderate B-Plan hat eine andere Mindestgröße – wobei unklar ist, ob das bei der Bauaufsichtsbehörde genehmigungsfähig wird – und entsprechend weniger neue Häuser (und in Folge: weniger Verkehr und mehr bleibenden Charakter eines Erholungsgebietes).
  • Und die Erhaltung des bisherigen Status als Wochenendhausgebiet führt zur notwendigen Änderung des Flächennutzungsplans der Samtgemeinde und zur Beendigung der Duldung der Dauerwohnnutzung (derzeit auf 9 Grundstücken) bzw. der nicht genehmigten Überbauungen und fehlenden Aufforstungen, erklärt Dr. Hoppenstedt vom Landkreis.

Das hatten wir alle nämlich auch gelernt heute Abend: ein Wald bleibt Wald, auch wenn die Bäume abgeholzt sind, solange der Bereich entsprechend deklariert ist. Und damit bleiben die Pflichten.

Zur Diskussion: Gemeindedirektor Höper wies mehrfach darauf hin, dass der vorliegende Plan kein Entwurf sondern nur ein mögliches Realisierungsbeispiel sei, jede weitere Entwicklung ist möglich – eben auch die rückwärtsgewandte. Die Diskutanten teilten sich im Wesentlichen in zwei Blöcke: die, die jetzt unbedingt loslegen wollen und die, die am aktuellen Zustand nichts ändern möchten.

Erstere verfolgen die Argumentationslinie: durch die F-Plan-Gestaltung 2012 ist die Bebauungsmöglichkeit im Prinzip angelegt, jetzt muss sie eben über einen B-Plan umgesetzt werden, ein Wochenendhaus braucht kein Mensch mehr (jedenfalls nicht in Jesteburg), wir wollen in die konkrete Planung einsteigen. Die Gegner einer intensiven Bebauung weisen vor allem darauf hin, dass man sich nicht von den nicht gesetzeskonformen Dauerwohn-Nachbarn treiben lassen darf, dass es durch die schwierige An- und Abfahrlösung ins mögliche neue Wohngebiet (soll über schmale Einbahnstraßen geregelt werden) ein immenses Verkehrsproblem geben und dass ein wichtiger Flecken für Naherholung fehlen wird. Unversöhnliche Gegensätze, scheint es; aber nur selten brandete es in der Diskussion unsachlich auf. Im Großen und Ganzen waren die Wortbeiträge von der Erklärung der eigenen Position und der Suche nach Verständnis geprägt.

Der abschließende Appell von Herrn Höper, von Bürgermeister Udo Heitmann und vom Moderator Wilken war: Anlieger, setzt Euch zusammen, bildet Gesprächsgruppen, findet eine Konsens-Lösung. Weil das ist auch klar: einfacher wird es nach dem Abend nicht, es ist nicht eine Mehrheitsentscheidung der Betroffenen, die zu einer Lösung führt, denn wenn nur ein Anlieger wegen empfundener ungerechter Lastenverteilung, wegen gefühlter Benachteiligung im konkreten B-Plan oder aus sonst irgendeinem Grund zu Gericht zieht wird es noch lange keine Lösung geben, dann geht das Thema noch in die nächste und in die übernächste Ratsperiode und wir kommen mit einer Entwicklung des Gebiets nicht voran.

Also: nächster Schritt ist die weitere Meinungsbildung unter den Anliegern und dann der fortgesetzte Dialog mit den – letztendlich entscheidenden – politischen Gremien. Vielleicht gibt es ja am Ende doch einen vertretbaren und verträglichen Kompromiss? Zum Beispiel mit deutlich größeren Grundstücksmindestgrößen als bisher vorgeschlagen (Kakenstorf hat im B-Plan eines ähnlichen Gebiets 2.000 qm!), definierten überbaubaren Flächen (gibt es in anderen B-Plänen auch), und einer alternativen Zuwegung zum Gebiet unter Schonung der direkten Anwohner in der ersten Reihe der Itzenbüttler Straße?

Im Bild:

  • Die Versammlung gestern Abend im Heimathaus
  • Das Kirchfeld gestern – bewaldet
  • Das Kirchfeld heute – nach mehreren Stürmen mit weniger Baumbestand
  • Das Planungsbeispiel – wie sich das Planungsbüro eine Bebauung auf Basis von 1.200 –qm-Grundstücken vorstellen kann.

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