NL#82 – Gestern im Bauausschuss (die ‚Kirchfeld-Sitzung‘)

kirchfeld Neben der Verabschiedung einer Ortsgestaltungssatzung und diversen Befreiungsanträgen ging es im Bauausschuss gestern vor allem um eines der Jesteburger Dauerthemen: das Itzenbüttler Kirchfeld und seine Zukunft.

Zur Erinnerung: heute ist das ein Wochenendhausgebiet mit entsprechend einschränkendem B-Plan, im Flächennutzungsplan ist das aber schon als perspektivische Fläche für Wohnbebauung annonciert – wobei man damals (2009) eher die Legalisierung der Dauerwohnverhältnisse als die Entwicklung einer dichten Wohnbebauung an dieser Stelle im Auge hatte. Jetzt wird im Vorwege einer Anliegerversammlung Ende Juni – da kommt dann die ganze Faktenlage auf den Tisch! – die Zeichnung eines B-Plans (die Verwaltung sagt: das ist kein Vorentwurf) diskutiert, der in Abstimmung mit dem Landkreis als schon sehr detaillierter Plan die Möglichkeit aufzeigt etliche Dutzend neue Häuser im Gebiet des Kirchfelds zu errichten. Problematisch:

  • niemand wollte ursprünglich eine so enge Bebauung an dieser Stelle
  • es entsteht so eine Art Paralleldorf mit einer dünnen Notlösungs-Einbahnstrassen-Zuwegung
  • die Itzenbüttler Strasse selbst ist für zusätzlichen Binnenverkehr kaum mehr aufnahmefähig.

Die GRÜNEN haben die Diskussion gestern im Ausschuss mit einem Geschäftsordnungsantrag angestoßen, da ihnen eine so konkrete Erstellung eines B-Plans ohne vorherige politische Abstimmung dazu missfällt. Den Standpunkt kann man schon vertreten. Andererseits: erst auf der geplanten Anliegerversammlung soll die ganze Wahrheit zusammengetragen werden, erst dann haben wir eine einigermaßen gerüchtefreie Nachrichtenlage, erst dann haben wir Antworten auf die im Raume stehenden Fragen, z.B.:

  • wenn ein B-Plan für das ganze Gebiet nur als Legalisierungslösung (mit großen Grundstücken, breiten Grünstreifen, restriktiven Bebauungsgrenzen) nicht möglich ist – geht dann nur ein B-Plan wie der entworfene vielhäusige oder kann man auch einzelne Flächen durch textliche Anpassung des gültigen Plans dem aktuellen Nutzungszweck anpassen?
  • Wenn wir keinen B-Plan verabschieden – wie geht dann der Landkreis mit den Dauerwohnern konkret um? Was bedeutet das?

Die Ausschussvorsitzende kündigt an das Thema heute nicht mitzudiskutieren (was sie natürlich aber doch tut), die Planerin sagt, der Spielraum wäre sehr klein; letztendlich hat eine Mehrheit des Ausschusses nach kontroverser Diskussion entschieden erst nach der Anliegerversammlung am 23.06. – bei der wir alle schlauer werden – in einer nächsten Bauausschusssitzung im Juli dann das Thema B-Plan für’s Kirchfeld, möglicherweise mit neuen Erkenntnissen, inhaltlich abzuarbeiten. Die Diskussion gestern hat eines deutlich gemacht: dass der kursierende B-Plan beileibe noch nicht das verabschiedete Ergebnis darstellt und dass die sehr unterschiedlichen Meinungen zur Überplanung des Kirchfelds auch nach den nächsten Runden so bleiben werden. Es ist eben ein Thema, bei dem man es nicht allen Recht machen kann.



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