NL#79 – Asyl in Jesteburg / es kommen noch mehr Menschen.

infoabend asylNoch mehr Menschen die um Asyl nachsuchen werden noch im Frühjahr zu uns in den Landkreis und auch zu uns nach Jesteburg kommen. Der Landkreis steht da vor großen Aufgaben …

– es gibt eben hier keinen Leerstand, indem man mal eben Dutzende von Flüchtlingen (die meisten (41%) kommen derzeit aus Syrien, viele aus anderen Krisenherden wie dem Sudan, dem Irak und Afghanistan – die ‚Winter-Welle‘ von eher wirtschaftlichen Nöten fliehenden Kosovo-Albanern ist inzwischen abgeflacht) mal so eben unterbringen kann. Als Reserveunterkunft wird in Winsen jetzt schon die MTV-Sporthalle genutzt. Und in Jesteburg eben das Hotel Niedersachsen – eine gute Lösung, bevor wir auch hier auf Turnhallen etc. zurückgreifen müssen. Auf der Infoveranstaltung am Mittwochabend haben Frau von der Heide (LKR, Leitung Soziale Aufgaben) und Herr Freudewald (Leitung Öff.Arbeit) die aktuelle Sachlage vorgestellt. Die Zahlen zeigen deutlich: die Aufgaben werden größer.

  • Die Prognose für die Anzahl der Asylbewerber in Deutschland wurde gerade von 200.000 in 2015 auf 300.000 erhöht (1992 hatten wir übrigens die bisher höchste Anzahl von 440.000);
  • Dem Landkreis werden die Asylbewerber ohne weitere Absprache mit einer Woche Vorlauf aus den Erstaufnahmestellen zugewiesen;
  • Im Landkreis sind Stand dieser Woche knapp 1.500 Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge untergebracht; im Moment kommen wöchentlich Menschen für einen kompletten Containerstandort (~ 60 Schlafplätze) dazu;
  • In Jesteburg sind 125 Asylbewerber heute schon im Dorf; iIm Hotel Niedersachsen werden jetzt bis Ende April weitere 58 Plätze eingerichtet.

In Jesteburg ist die notwendige Unterstützung gut organisiert; die ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuer Peter Otte und Margret Ziegert können auf 28 Helfer zurückgreifen, die den Asylbewerbern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und es wird jedoch noch mehr Unterstützung benötigt: jeden 3. Donnerstag im Monat trifft sich der Kreis um 17h im Itzenbüttler Dorfhaus – wer mitmachen will kommt gerne dazu! Interessante Wortmeldungen gab es an dem Abend noch aus dem Publikum: ob es Reklamationen gäbe, ob sich Bürger aktuell über die Asylbewerber beschwerten, wollte ein junger Zuhörer wissen. „Nein“ sagt Gemeindedirektor Höper, es gibt keine negativen Meldungen, nicht in der Gemeinde und nicht bei der Polizei. Eine weitere Anregung an den Landkreis: es geht ja auch darum, nicht nur Behördentexte zu übersetzen, sondern auch die ‚Kultur‘ will übersetzt sein – wo steigt man in den Bus ein? Gibt man einer Frau die Hand? Handreichungen dazu sind erwünscht – Frau von der Heide versprach, das Thema umzusetzen. Und schließlich der Appell von Peter Otte: „geht auf die Menschen zu, es sind positive Begegnungen!“.



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