NL#35 – Tag der Entscheidung – Zukunft des Filmmuseums Bendestorf?

BildAm 25. März wird der Gemeinderat Bendestorf eine weitreichende und unumkehrbare Entscheidung treffen: Entweder nimmt er das Gesprächsangebot der Samtgemeinde an und verhandelt über die Modalitäten der Übergabe der Kultureinrichtung Filmmuseum Bendestorf in die Obhut der Samtgemeinde, oder er lehnt das Gesprächsangebot ab und hat damit faktisch den Abriss der Halle A1 in die Wege geleitet.

Am 12.11.13 hatte das SPD-Ratsmitglied Hans Jürgen Börner an den Samtgemeinderat folgenden Antrag gestellt:

Die Samtgemeinde Jesteburg kauft auf dem Filmgelände Bendestorf die Gebäude „Halle A1“ und das ehem. „Vox-Klangstudio“. Die Nutzung erfolgt durch das Filmmuseum Bendestorf. Die Gemeinde Jesteburg geht ev. in die Vorfinanzierung.

Der Samtgemeinderat hat in seiner Sitzung am 30. Januar diesen Jahres der Gemeinde Bendestorf das Angebot gemacht, zunächst über die Übernahme der Zuständigkeit für das Filmmuseum Gespräche zu führen.

Zum Hintergrund des Antrages und der Entscheidung des Samtgemeinderates:

Auf dem ehemaligen Filmgelände Bendestorf steht (noch) die Wiege des Deutschen Nachkriegsfilms. Dieses in Deutschland einmalige Ensemble und Kulturdenkmal gilt es in seinem Kern zu erhalten.

Die Gemeinde Bendestorf ist nicht in der Lage die Objekte zu kaufen. Bisher zugesagte Sponsorengelder reichen allenfalls für den Ankauf nur eines Objektes oder den Betrieb des Museums.

Deshalb ist jetzt die Samtgemeinde zu solidarischem Handeln aufgefordert, mit dem Ziel, die Kulturangebote in der Samtgemeinde zu bewahren und zu optimieren.

Neben dem Bossard-Kunsttempel und dem Kunsthaus Jesteburg gäbe es mit dem Filmmuseum Bendestorf ein einmalig attraktives Angebot für Einheimische und Gäste in der Samtgemeinde. Kunst und Kultur sind im Übrigen auch ein Wirtschaftsfaktor, sichern auch den Wert von Wohnimmobilien.

Vor gut zwei Jahren wurde ein Förderverein des Filmmuseums gegründet und mit Hilfe von Sponsoren und der Gemeinde Bendestorf eine Machbarkeitsstudie für die „Halle A1“ erstellt. In dem Konzept wurde davon ausgegangen, dass das „Vox-Klangstudio“ weiter betrieben wird und so das Film-Studio-Ensemble im Wesentlichen bewahrt werden kann. Nun ist kürzlich das „Vox-Klangstudio“ frei geworden. Theoretisch könnte jetzt das Filmmuseum in das „Vox-Klangstudio“ ziehen, aber das einmalige Kulturdenkmal mit „Halle A1“ wäre dann unwiederbringlich verloren.

Die Halle A1 ist aber ein einmaliger Ort, um aktuelle Video-Produktionen zu realisieren. Schüler, Studenten und junge Film-Produzenten finden hier ideale Start-Bedingungen. Die Halle A1 ist daneben für Ausstellungen, Veranstaltungen und Seminare zu Themen aus Film, Kunst und Kultur geeignet. Sie ergänzt das Vox-Klangstudio mit seinem Vorführkino und Werkstätten. Es liegen ansprechend gestaltete Bebauungspläne vor, die den Erhalt von Halle A1 und dem Vox-Klangstudio als historisches Museumsensemble vorsehen.

Erste Gespräche in Hannover mit der Stiftung Niedersachsen und mit der nordmedia-Film und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen, die für eine finanzielle Förderung des Filmmuseums Bendestorf in Frage kommen, machen deutlich, dass ein Niedersächsisches Landesinteresse nur an einem Filmmuseum bestehen könnte, das die Halle A1 als wesentlichen Bestandteil des Museums enthält.

Die Gemeinde Bendestorf entscheidet am 25. März nicht nur über ihre eigenen Interessen, sondern muss sich der Verantwortung stellen, die ein kulturhistorisch einmaliges Erbe für das ganze Land bedeutet.



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