NL#274 – Gestern im Gemeinderat (… steckt viel Kunst drin …)

mum fotografiert Kerstin Witte und Udo. das Bild ist in Kürze im Wochenblatt zu sehen

Es gibt ja immer wieder mal Themen, die sensationeller abgehandelt werden und mehr Möglichkeiten bieten sich inhaltlich und überhaupt zu verlaufen (z.B. auch gerne volldampf hinein in Sackgassen) als andere. In Jesteburg ist das immer wieder die Kunst. Und als es gestern um das Kunstpfad-Projekt ging war sicherlich das meiste Adrenalin im Raum. Wenn Adrenalin zum Zuge kommt, dann führt das u.a. zu einer Erhöhung der Atemfrequenz und einer Beschleunigung des Kreislaufs, die Pulsfrequenz und der Blutdruck steigen entsprechend an.

Das alles konnten wir gestern gut beobachten – tatsächlich im Ansatz bei fast allen Diskutanten, besonders aber bei den Projektgegnern.

(Kommunal)politik – und der generelle Einschub sei hier gestattet – heißt doch die Dinge vor Ort ordnen und entwickeln, dabei den Bürger*innen zuhören und Entscheidungen erläutern, repräsentativ für Mehrheiten und Minderheiten zu entscheiden – aber am Liebsten nicht populistisch auftreten – denn das hilft im besten Fall einer zugespitzen Darstellung einer Problemlage und der Befriedigung des eigenen Egos; aber: die Nebenwirkungen des Populismus sind dialogverhindernd und sicher nicht gesellschaftsdienlich. Es ist eben nicht richtig (aber anscheinend attraktiv für die Berichterstattung im Wochenblatt) blind für das große Ganze zu sein und lediglich von Thema zu Thema zu hüpfen. Sich als Freund des kurzen Gedankens zu outen. Eigentlich hatte es ein Bürger in der üblichen Fragestunde schon auf den Punkt gebracht: „es soll um die Maximierung des ‚wir fühlen uns alle wohl‘ gehen“; das muss die Richtung vorgeben!

Der Hintergrund: beschlossen wurde im Wirtschafts- Tourismus-, Kulturausschuss („WTKA“) vor 14 Tagen mit den Stimmen der SPD und der Grünen, dass die Gemeinde für das länger schon vor sich hin wartende und tatsächlich ja immer wieder kontrovers diskutierte ‚Kunst- und Naturpfad-Projekt‘ ein Moratorium schafft – also: sich noch mal Zeit nimmt, um mit professioneller Unterstützung über eine projektierte örtliche Akademie-Veranstaltungsreihe – „Bürger*innen-Akademie für Kunst in öffentlichen Räumen“ – zu überprüfen, ob wir (nicht: dass wir) ein solches Projekt umsetzen wollen. Es geht dabei ganz ausdrücklich um die „Schaffung einer breiteren gesellschaftlichen Basis“ und darum „Akzeptanz, Interesse und Identifikation [zu] fördern“ –> steht im dem Ausschuss vorgelegten Konzept. Es wurde mit Thomas Kaestle* ein professioneller und anerkannter Moderator (und ja, da hat die FDP recht – ganz so moderat war er in der Beurteilung der Lage dann nicht, aber er hat auch seine politische und gesellschaftliche Wachheit bewiesen s.u.) gefunden, der jetzt mit den Menschen in unserer Gemeinde arbeiten will, um Wertschätzung für Kunst im Raum zu schaffen (und ja, vor dem Hintergrund ist es natürlich nicht schön, dass dieses Themenfeld von der, sagen wir ‚unglücklichen‘ Umsetzung der Straßenmalerei geprägt ist).

So weit so gut? Mittlerweile immer gut vorhersehbar ist ja dann regelmäßig, was die regionale Presse aus so einem Thema macht. Im Wochenblatt vom 4.07. beginnt der Artikel mit der Fragestellung, ob es sich um Verschwendung von Steuergeldern oder ein Pilotprojekt handelt und suggeriert dann, dass es natürlich ersteres ist.

Dazu muss man sich halt auch bekennen, das mache ich hier mal ganz eindeutig: Ja, für Kunst & Kultur soll selbstverständlich (Steuer-)Geld ausgegeben werden, wir brauchen Kunst – und wir brauchen vor allem auch ein weites Verständnis dazu – einen umfassenden Kunstbegriff. Keine Engstirnigkeit.

Wir brauchen auch einen Schützenverein, einen Tennisclub, einen Heimatverein, Sport- und Reit-Möglichkeiten, eine Kirchenjugend und viele Gruppen mehr, um Räume für den sozialen Austausch und die Entwicklung unserer Identität zu schaffen. Und für Letzteres brauchen wir neben vielem anderen z.B. auch Reetdächer in unserer Ortsmitte. Und für all diese Themen geben wir Steuergelder – zum Teil in erheblicher Größenordnung aus. Zurecht, und nach möglichst inhaltlich orientierten Debatten. „Ich bin und bleibe ein überzeugter Vertreter der repräsentativen Demokratie. Von government by shitstorm halte ich nichts“ sagt Theo Sommer in der Zeit (Juni 2020) und dem schließe ich mich mit voller Überzeugung an.

Und über Kunst stimmen wir ab?

Da hat sich das Wochenblatt meines Erachtens kräftig verrudert. Hatte Sascha Mummenhoff („mum“) in seinem Kommentar am 4.07 noch darauf hingewiesen, „dass das Projekt eine Chance verdient hat“. Und er schreibt auch: „Jesteburg hat eine Kunst- und Kulturszene, vermutlich die größte des Landkreises“ (voilà!), dann wird in gleichem Atemzuge und gleich nach der „Haltet-den-Dieb!“-Steuerverschwendungswarnung zu einer Abstimmung aufgerufen.

Das Ergebnis, wird dann in der neuen Ausgabe geschrieben, ist 77%:23% und, das wird vorausgeschickt, „sicher nicht repräsentativ“ – soll aber trotzdem als Diskussionsgrundlage und Bestandteil des kulturpolitischen Glaubensbekenntnisses verstanden werden?

Wir diskutieren immer und gerne. Aber dass wir über Belange und Interessen von Minderheiten abstimmen lassen sollen ist schon als Forderung eine Grenzüberschreitung und demokratiegefährdend. Oder glaubt das Wochenblatt (ewig im Schulterschluss verbunden (Kumpanei- und Klüngelverdacht ;-)) – die Herren Mummenhoff & Siede), dass wir bei einer Abstimmung zur Frage, ob der Schützenverein Unterstützung bekommen soll, ob wir dem Tennisclub was für die Terrasse dazu zahlen (10.000 €), oder die Flutlichtanlage (20.000 €) ob wir ein Rockkonzert bezuschussen sollen (2.000 €) oder einem Privatmann bei der Renovierung seines Reetdachs (20.000 €) finanziell unter die Arme greifen – ich bin da mit allen Förderungen ohne Einschränkung einverstanden! … dass wir aber bei solchen Abstimmungen eindeutige Mehrheiten für die Ausschüttung (zum Teil ja erheblich höherer Summen als die für das aktuelle Projekt veranschlagten Kosten) rechnen dürfen? Es soll ja sogar Leute geben, die besser nicht so viel Geld für die Feuerwehr ausgeben wollen … solange es nicht brennt.

Ich verweise zu diesem Thema auch gern auf unser Statement aus 2016.

Die Aussprache zum TOP, wie gesagt, war Hormon-getrieben. Höhepunkt die Forderung der UWG nach einem Bürgerenscheid (auch eine seltsame Vorstellung: dass ein Bürgerentscheid über eine Ratsfraktion initiiert werden soll). Und die Schmerzschwelle war bei der CDU unerfindlicherweise nicht gesunken sondern gestiegen und aus diesem Zustand wurde anscheinend ein Verschiebe-Antrag geboren und notdürftig mit dem Ruf nach mehr Wettbewerb begründet. Dazu gab es bei uns Unverständnis, weil das beabsichtigte Projekt ja gerade dazu führen soll, dass Dampf abgelassen und die gewonnene Zeit sinnvoll genutzt wird – mit den oben beschriebenen Zielsetzungen. Und es gab noch einen hilflosen Versuch der UWG, die CDU ganz auf Ihre Seite zu ziehen. Das ging dann aber irgendwie im dann folgenden Gelächter unter. Übrigens: zur Korrektur des aktuellen Wochenblatt-Artikels war es dem neuen CDU-Vorsitzenden und seit gestern auch Ratsmitglied (Nachfolge Kerstin Witte) Dr. Reinhard Feldhaus wichtig festzustellen, dass die dort wiedergegebenen Äußerungen so nicht zutreffend sind; auch CDU-Mann Bernd Jost („ich halte mich kurz“) findet sich im Wochenblatt falsch zitiert.

Abgestimmt haben wir dann für einen sofortigen Start des Projekts – denkbar knapp und begünstigt durch eine Enthaltung bei der CDU. Das Ergebnis zeigt, wie polarisierend die Thematik ist. Die Hoffnung bleibt, dass wir eine gemeinsame Zielsetzung im Dorf für eine erfolgreiche Umsetzung finden. Wir werden genau dafür arbeiten. Das Thema beschließe ich mit dem Zitat (Johannes Rau!), das auch Hr. Kaestle seinen Ausführungen (s.u.) voranstellt: „Kultur ist nicht die Sahne auf dem Kuchen, sondern die Hefe im Teig„. Wir müssen das Thema aus der Zugluft bekommen – daran sollten sich alle beteiligen.

Und jenseits der Kunst? – Diverse Tagesordnungspunkte waren aus unterschiedlichen Gründen gestrichen worden. Das Grundstück Brettbeekskoppeln („Zirkusgrundstück“) wurde noch nicht an die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft übertragen, die Abwägung und die Satzung nicht abgestimmt, weil es da noch echte Unklarheiten bei der geplanten Zuwegung gibt (wir wollen: nicht über Uulenlock, sondern über Schaftrift); das kommt also noch mal in den Fachausschuss.

konzentriert auf Abstand: Udo Heitmann (Bürgermeister), Henning Oertzen (Gemeindedirektor), Gudrun Behrens (Verwaltung), Cornelia Ziegert (SPD), Angelika Schiro (SPD)

Für den Reitverein haben wir für Sicherheit gesorgt: die für die Fertigstellung noch notwendigen 80.000 € werden in einer Kombination von 50.000 € als Zuschuss und 30.000 € als Kredit bereitgestellt (so durchgesetzt von SPD und Grünen) – damit können jetzt die Außenanlagen fertig gestellt werden und Veranstaltungen – wie z.B. das Maimarktturnier – stattfinden.

Und eine Querungshilfe beim Penny bringen wir auf den Weg, aber nicht gleich (das hätten wir befürwortet, weil wir dann für die Gemeinde den MwSt.-Vorteil hätten mitnehmen können). Die UWG wollte die Maßnahme komplett beerdigen, hat dafür aber keine Freunde außerhalb der eigenen Gefolgschaft gefunden.

Auf der Tagesordnung standen dann noch Bushalte-Wartehäuschen, eine Freibad-Pandemie-Regelungen, Mitfahrbänke und eine Willenserklärung für die Ratspost – möglichst neutrale Informationen direkt aus der Verwaltung an alle Bürger*innen. Diese Information ist gewollt, kommt aber mangels freier Kapazitäten in der Verwaltung derzeit nicht in die Umsetzung.

Und eine neue zweite Stellvertreterin für Bürgermeister Udo Heitmann haben wir einstimmig bestätigt – (Britta) Witte folgt auf (Kerstin) Witte.

Was mich interessiert? – natürlich auch Ihre Meinung zu allen Themen, zu denen wir Ihnen hier regelmäßig berichten. Nehmen sie gern den Kontakt auf (steffen.burmeister@gmx.de)!

* –  Herr Kaestle hat inzwischen auch eine fundierte Meinung zur Lage. Hier nachzulesen http://jesteburg.art

NL#273 – Gestern im Bauauschuss, (fast) alles Bahnhof.

Zwei gewichtige Themen hatten wir gestern auf der Tagesordnung des Bauausschusses: die Bebauung des ‚Zirkusplatzes‘ gegenüber Famila und die Richtungsentscheidung für die Sandbargfläche – die Frage nach dem Standort eines möglichen und sehr wahrscheinlichen zukünftigen Jesteburger Bahnhofs. Zur Diskussion trafen sich die Ausschussmitglieder
(damit Sie die auch alle auf dem Zettel haben: es sind neben der Ausschussvorsitzenden Britta Witte (CDU) die Kollegen Kalle Glaeser (Grüne) und Tim Pansegrau (UWG) sowie aus unserer SPD-Fraktion Cornelia Ziegert und Steffen Burmeister – als stärkste Fraktion im Gemeinderat dürfen wir zu zweit 😉).Im Ausschuss werden bekannterweise die Themen vorbesprochen, aber nicht entschieden. Es wird dann aus dem Ausschuss eine Empfehlung an den VA oder den Gemeinderat gegeben. Das war also gestern unsere Aufgabe, und der sind wir nach einer durchaus kontroversen Auseinandersetzung auch nachgekommen. Um die Ergebnisse vorweg zu nehmen:

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NL#272 – Der zukünftige Jesteburger Bahnhof gehört an die Bahnhofstraße!

Nach den letzten Verlautbarungen der niedersächsischen Landesregierung soll die Güterverkehrsstrecke zwischen Buchholz und dem Güterbahnhof Maschen ab 2027 wieder für den Personennahverkehr geöffnet werden, so dass die Samtgemeinde Jesteburg eine direkte Bahnverbindung nach Hamburg bekommen würde.

Wenn man SPD-Mitglieder aus der Samtgemeinde Jesteburg fragt, wo der zukünftige Jesteburger Bahnhof gebaut werden sollte, hört man immer die gleiche Antwort: möglichst nah am früheren Standort an der Bahnhofstraße.

Zur Vorbereitung der weiteren Planung hatte der Samtgemeinderat 20.000 Euro für ein Standortsuchverfahren in den Haushalt 2020 eingestellt, um einen Vergleich zwischen den möglichen Standorten am Reindorfer Feldweg/Allerbeeksring und am Sandbarg nördlich der Bahnhofstraße durchzuführen. Zwischenzeitlich ist allerdings durchgesickert, dass der Standort Reindorfer Feldweg/Allerbecksring von fachkundiger Seite als völlig ungeeignet abgelehnt wird. Der verbleibende Standort für einen neuen Bahnhof am Sandbarg nördlich der Bahnhofstraße wurde schon bisher von der SPD in der Samtgemeinde Jesteburg favorisiert.  Meine Meinung als SPD-Fraktionsvorsitzende im Samtgemeinderat: die Haushaltsmittel von 20.000 Euro brauchen wir nicht mehr für ein Standortsuchverfahren ausgeben, sondern sollten diese gleich in die Flächennutzungsplanänderung der Sandbargfläche stecken, um die Bahnhofsplanung abzusichern.

Da der alte Jesteburger Bahnhof nach Schließung der Bahnstrecke für den Personenverkehr abgerissen worden war und das Grundstück anderweitig bebaut wurde, kann der Bahnhofsneubau einschließlich Parkmöglichkeiten für Pkw nur auf der nördlichen Seite des ehemaligen Jesteburger Haltepunktes erfolgen. Südlich der Bahnstrecke befindet sich an der Bahnhofstraße eine Bushaltestelle, so dass eine Vertaktung des Jesteburger Bahnhofs mit dem überörtlichen Busverkehr problemlos möglich ist. Für den Wechsel vom nördlichen zum südlichen Bahnsteig steht bei uns eine Fußgängerbrücke über die Bahngleise auf dem Wunschzettel. Falls diese aber zu teuer sein sollte, könnte der frühere barrierefreie Fußweg, der entlang des Bahndamms und unter der Bahnbrücke verlief, reaktiviert werden.

Nördlich der Bahn sollte der zukünftige Jesteburger Bahnhof am Sandbarg durch neue Zufahrtstraßen erschlossen werden, die von der Itzenbüttler Straße bzw. vom Kleckerwaldweg abzweigen und möglichst nah am Bahndamm verlaufen. Eine Nutzung der bestehenden Straßen „Am Osterberg“ und „Am Trunhoop“ als Zufahrtstraßen zum künftigen Jesteburger Bahnhof kommt für die SPD nicht infrage. Dafür müssen allerdings die Flächen nördlich der Bahn baurechtlich gesichert werden, was – bezogen auf die östliche Trasse der Zufahrtstraße – nur jetzt möglich ist, weil dort kurzfristig ein Eigentümerwechsel geplant ist.

Wenn die Gemeinde und die Samtgemeinde Jesteburg jetzt nicht handeln, um den Flächenbedarf für einen neuen Jesteburger Bahnhof einschließlich P+R-Parkplätzen und Zufahrtstraßen nördlich der Bahn am Sandbarg zu sichern, könnte es sein, dass ab 2027 zwar Personenzüge durch den Ort nach Hamburg fahren, aber hier nicht halten werden. Deshalb werden die SPD-Mitglieder im Bauausschuss der Gemeinde Jesteburg am nächsten Mittwoch für die Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Sandbargfläche stimmen; vorrangig ist für die SPD die Sicherung des Flächenbedarfs für einen neuen Jesteburger Bahnhof.

Die weiteren Planungsziele für dieses Gebiet wollen wir im Verlauf des Bauleitplanverfahrens im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickeln.


NL#271 – Sitzungsmarathon in Bendestorf

Helmut Lüllau | SPD Bendestorf

Zwei lange Sitzungen in Folge. Viel Programm. Es ging um das Bendestorfer Freibad – und damit das wieder eröffnet werden kann, mussten zunächst die Bedingungen dafür vom Gemeinderat beschlossen werden.

Um 18.00 Uhr traf sich der Verwaltungsausschuss zur vorbereitenden Sitzung. Den Rest des Beitrags lesen »


NL#270 – Bauen in Bendestorf (Filmgelände)

Helmut Lüllau | SPD Bendestorf

Seit über zehn Jahren beschäftigt sich der Gemeinderat in Bendestorf mit den Planungen auf dem ehemalige Filmgelände Wohnungen zu bauen. Dieser Wunsch der Eigentümer sorgte für viel Unruhe bei den Bendestorfer Bürger/innen. Es gründete sich auch eine Bürgerinitiative, die dieses verhindern wollte.

Es hängt doch viel Nostalgie an dem Gelände, auf dem zahlreiche Filme gedreht wurden. Es wurde auch als Heidehollywood bezeichnet. Alle Bemühungen, die den Bendestorfern bestens bekannte Halle A1 zu erhalten, konnten jedoch nicht den Abbruch verhindern. Den Rest des Beitrags lesen »


NL#269 – Gestern im Gemeinderat (haufenweise Bau-Themen … und nicht fertig geworden!)

Mit längerem Anlauf und der üblichen Vorberatung in diversen Ausschüssen hat sich gestern der Gemeinderat getroffen, um Wichtiges zu besprechen und zu entscheiden. Besonders war gestern, dass wir zunächst in einer Schweigeminute und mit einer kurzen Ansprache unseres Bürgermeisters Udo Heitmann an den gerade verstorbenen Alt-Bürgermeister Wilhelm Frommann gedacht haben, der in der vorvergangenen Woche im Alter von 88 Jahren verstorben war und dem eigentlich ein ‚großes Begräbnis‘ zugestanden hätte. Wegen seiner Verdienste um die Gemeinde, den Kreistag und die Gesellschaft im Allgemeinen, durch sein umfassendes ehrenamtliches Engagement in den 80er und 90er Jahren. Lange her, doch für viele von uns noch präsent. Und Wilhelm Frommann hat auch bis zuletzt noch regen Anteil genommen an der Entwicklung des Dorfes. Zum Beispiel an der Entstehung der Oberschule, die er sehr begrüßt hat. Udo Heitmann hat für uns alle gesprochen: „in guter Erinnerung werden wir ihn behalten“. In Corona-Zeiten gibt es keine großen Beerdingungen. aber großen Respekt gibt es auf jeden Fall. Das Bild zeigt Wilhelm Frommann bei seinem Besuch des Neujahrsempfangs der Gemeinde im Januar zusammen mit Udo.

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NL#268 – Gestern im Bauausschuss (Gewerbe und Siedlung)

Vorsitzende auf Abstand: Claudia von Ascheraden (Leitung Finanzen & Organisation, Steuerung & Controlling), Britta Witte (Ausschussvorsitzende), Henning Oertzen (Gemeindedirektor)

Die Unnormalität normalisiert sich. es findet also auch wieder eine Bauausschusssitzung statt. Wir treffen uns im Schützenhaus, mit Abstand, mit – allerdings abgezählter – Öffentlichkeit, mit Themen. Ging es eigentlich um drei „Knaller“, nämlich die Bebauung des Sandbarg (im Wesentlichen: die Zielsetzung der Sicherung der Fläche für einen Bahnhof), die Erweiterung des Gewerbegebiets am Allerbeek inkl. professioneller Vermarktung der neuen Flächen und um die (Teil-)Bebauung der jetzt noch freien Fläche am Schierhorner Weg – so kam uns das erste Thema kurzfristig abhanden.

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NL#267 – Hereinbrechende Neuigkeiten: Bossard.

Zur Kunststätte Bossard: der Stiftungsrat beschließt eine weitere wissenschaftliche Aufarbeitung zu Bossard und seiner Rolle im Nationalsozialismus und beschließt des weiteren, dass die Fortführung des Förderprojektes zur Erweiterung der Kunststätte Bossard (Neubauprojekt) erstmal ruhen soll.
Hier die Mitteilung im Original:

zu einer außerordentlichen Sitzung des Stiftungsrates hatte Landrat Rainer Rempe als Stiftungsratsvorsitzender der Kunststätte Bossard am Mittwoch dieser Woche die Mitglieder des Stiftungsrates eingeladen. Anlass hierfür war die intensive öffentliche Diskussion der vergangenen Wochen zum Projekt „Bossard neu denken – Kunsthalle der Lüneburger Heide“. „Insbesondere die zahlreichen kritischen Einwände in Bezug auf die Rolle Bossards zur Zeit des Nationalsozialismus haben den Stiftungsrat bewogen, die nächsten Schritte des Projekts noch einmal neu zu überdenken. Da die weitere Auseinandersetzung mit der Rolle Bossards in der Zeit des Nationalsozialismus ohnehin als Teil des Projekts geplant war, wird dieser Schritt jetzt vorgezogen“, so Landrat Rainer Rempe.

Bereits vor Jahren, zeitlich deutlich vor dem Projekt, hatte der Stiftungsrat selbst den Anstoß für die wissenschaftliche Aufarbeitung von Johann Michael Bossards Rolle zur Zeit des Nationalsozialismus gegeben. Auf Bestreben des Stiftungsrates fand deshalb seit 2017 eine intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema statt, zu der neben der Leiterin der Kunststätte Bossard Dr. Gudula Mayr auch externe Wissenschaftler hinzugezogen wurden. Bei der Untersuchung wurden diverse zur Verfügung stehende Archive und Quellen berücksichtigt. Die Ergebnisse wurden in den beiden Publikationen „Johann Bossard – Texte aus dem Nachlass – Programmatische Schriften und Reiseberichte“ und „Über dem Abgrund des Nichts – die Bossards in der Zeit des Nationalsozialismus“ sowie Ende 2018 auf einem öffentlichen Kolloquium dargestellt.

Da die Ergebnisse der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Themas jedoch zum Teil in Zweifel gezogen werden, hat der Stiftungsrat nun beschlossen, dass es einer weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema bedarf. Hierzu wird ein zusätzliches wissenschaftliches Forschungsprojekt zur Rolle Bossards im Nationalsozialismus durchgeführt. „Der Auftrag dazu wird an externe Wissenschaftler vergeben werden, die nicht vom Stiftungsrat, sondern von einem externen, noch zu definierenden Gremium auszuwählen sind. Dies ist für die zukünftige konzeptionelle Ausrichtung und Akzeptanz der Kunststätte Bossard von entscheidender Bedeutung“, erläutert Rempe.

„Bis die Ergebnisse aus diesem Forschungsprojekt vorliegen, soll die Fortführung des Förderprojektes zur Erweiterung der Kunststätte Bossard ruhen“, so Andreas Sommer, stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender.

Die Entscheidung des Stiftungsrates zu diesem Vorgehen berücksichtigt auch den Wunsch der Leiterin der Kunststätte Bossard Dr. Gudula Mayr nach einer externen Evaluation ihrer Forschungsergebnisse. Die intensiven Diskussionen zu diesem Thema haben auch Dr. Mayr nicht unbeeindruckt gelassen und zu Verunsicherung geführt.

Die Fördermittelgeber und alle Entscheidungsträger werden kurzfristig über diese neue Entwicklung in Kenntnis gesetzt. Der Stiftungsrat geht davon aus, dass diese Vorgehensweise nicht zuletzt aufgrund der öffentlichen Diskussion auf Verständnis stößt und unterstützt wird.


NL#266 – Was muss man noch zu BOSSARD sagen.

Oder ist schon alles gesagt und geschrieben? Der Journalist und Historiker Dr. Martin Doerry hatte zuletzt ausführlich im Spiegel und auf NDR Kultur für eine relative Hochkonjunktur des Themas gesorgt und dabei zum einen die bisherige wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas kritisiert („rosarote Brille“) und zum anderen seine Bewertung des Menschen Bossard als Sympathisant des Nationalsozialismus gestreut. Und so wurde das dann auch an anderen Stellen ohne weitere Reflektion rezipiert – auch in unserer regionalen Presse, im Wochenblatt.

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NL#265 – Die Perspektive des Gewerbes (2)

Lebensentwürfe am Limit? – Wie ist die Aussicht und die Einschätzung der lokalen Gewerbetreibenden? Vorgestern gab es einen Einblick in die Seelenlage der Gastronomen vor Ort; heute wenden wir uns den Einzelhändlern zu.

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NL#264 – Die Perspektive des Gewerbes (1).

Woche 4 der besonderen Umstände. Wir richten uns alle ein in der neuen Situation. Höhepunkt des Tages ist der Einkauf oder der Spaziergang. Wir arbeiten im Homeoffice und/oder in Kurzarbeit (einige auch in Kurzarbeit ‚Null‘). Und wie geht es den Gewerbetreibenden in unseren Dörfern? – Bei einigen habe ich nachgefragt: die Perspektive der Gewerbetreibenden. Wobei ‚Perspektive‘ ja beides bedeutet: Blickwinkel und Aussicht. Und beides ist durchaus unterschiedlich im Einzelfall. Hier die Zusammenfassung. Den Rest des Beitrags lesen »


NL#263 – Mund- und Nasenmasken

Frau Hong Thuy Nguyen hilft gern. Frau Nguyen betreibt die Änderungsschneiderei in Jesteburg (Hauptstrasse 77). Dort hat sie natürlich auch das perfekte Equipment, um Dinge zu produzieren, die wir jetzt dringen brauchen: Mund- und Nasenmasken.

Frau Nguyen sagt: „Ich bin die Geschäftsführerin der Änderungsschneiderei Thuy. Ich möchte mich daran beteiligen, um Menschen bei der Bekämpfung von Covid-19 zu helfen. Aus diesem Grund nähe ich freiwillig die Mund- und Nasenmasken. In der letzten Zeit habe ich bereits über 60 Masken genäht und verteilt, daher habe ich keinen Stoff mehr vorrätig. Wer selbst Mund- und Nasenmasken braucht, kann mir die Stoffe (Baumwolle!) geben und danach werde ich loslegen. Bedarf für Praxen wird bevorzugt! Menschen, die Masken brauchen, können mich unter dieser Nummer 01590 2162615 erreichen“.

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NL#262 – Dringender Aufruf Ihrer Jesteburger Hausärzte

Liebe Bürgerinnen und Bürger der Samtgemeinde Jesteburg. Oder: Hallo Jesteburg! – eine große Aufgabe haben wir derzeit, die uns ein Stück weit alle gleich macht. Weil wir die gleiche Verantwortung tragen – und wir tragen sie für alle Mitmenschen. Und das klappt ja inzwischen auch ganz gut – wir halten Abstand, wenn wir das gute Wetter für einen Spaziergang nutzen, im Supermarkt hält uns der Einkaufswagen auf Distanz, wir chatten aus dem Homeoffice anstatt ins Büro zu fahren. Wir halten uns an Regeln und gleichzeitig wird die Gesellschaft irgendwie freundlicher, wir grüßen uns öfter auf der Straße und wir nehmen mehr Rücksicht; merken Sie das auch? Den Rest des Beitrags lesen »


NL#261 – Jesteburg kauft ein.

Alle müssen zuhause bleiben.

Für die einen ist es eine merkwürdige aber vielleicht nicht unwillkommene Entschleunigung des täglichen Lebens. Für die anderen ist es tatsächlich die Zeit in Mitten vor sehr existenziellen Fragen. Den Rest des Beitrags lesen »


NL#260 – Solidarität (3 / Supersache!)

Vielleicht kommen wir ja bei manchen Aspekten besser aus der Krise raus, als wir reingegangen sind. Vielleicht haben dann ja Pfleger*innen ein besseres Ansehen – und vor allem eine bessere Bezahlung. Vielleicht sehen wir dann ein, dass das oberste Ziel von Krankenhäusern die Heilung der Patienten und das Gesundheitssystem insgesamt kein Feld für vorrangiges Profitstreben ist. Und vielleicht haben wir auch das Bedürfnis nach mehr gegenseitiger Achtsamkeit, Hilfe und Unterstützung, wenn die Krise vorbei ist. Den Rest des Beitrags lesen »


NL#259 – Solidarität (2)

Es ist jetzt vielleicht für den einen oder anderen mehr Zeit zum Lesen. Deswegen hatte ich im letzten Newsletter auf die Möglichkeit hingewiesen Bücher beim Jesteburger Buchladen praktisch (über KnackigFrisch) und online zu bestellen und damit den örtlichen Einzelhandel weiterhin zu unterstützen. Es sind auch bereits erste Bestellungen eingetroffen! Den Rest des Beitrags lesen »


NL#258 – Solidarität.

Es sind besondere Zeiten. Zeiten, in denen wir Manches nicht tun können. Weil wir vorsichtig sein sollen, weil die Büros und Geschäfte zu sind, weil wir soziale Distanz wahren.

Zeiten, die wir anders verbringen wollen, weil wir eigentlich in den Urlaub fahren wollten, weil wir nicht mit den finanziellen Folgen der Kurzarbeit gerechnet hatten oder weil wir gerne voller Elan unserem Beruf nachgegangen wären. Den Rest des Beitrags lesen »


NL#257 – Am Montag sind SIE dran! (mit Ihren Fragen).

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NL#256 – Monopoly mit Steuergeldern

Cornelia Ziegert ist Vorsitzende des Finanzausschusses und Mitglied im Strassen- Wege und Umweltausschuss der Gemeinde Jesteburg und Fraktionsvorsitzende im Samtgemeinderat.

Die Überschrift lehnt sich an die Kommentierung zum Thema im Wochenblatt an. Und dieses Bild bringt das Thema unseres Erachtens auf den Punkt.

Hier nochmal eine Zusammenfassung der Details und v.a. auch die Zahlen und eine Begründung unserer Position:

–> wir setzen auf einen Weiterbetrieb des Bauhofs in Jesteburg,

–> wir sehen keine Notwendigkeit für ein 1,5 Mio. € teures zusätzliches Projekt in Bendestorf,

–> wir sehen die Notwendigkeit für einen 4-zügigen Grundschul-Neubau in Jesteburg.

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NL#255 – „Alle sind gleich wichtig“ – Neujahrsempfang 2020 in Jesteburg

Damit fing es an: schöne Begleitmusik der „Hannover Jungs“ Jan Jakob, Emanuel Nikolas, Ruben Serpeqnu, die heute Mittag unter anderem das Lied vom ‚Englishman in New York‘ wunderbar gecovert haben. Viele Jesteburger*innen waren da aus den Vereinen und Institutionen, aus der Verwaltung und aus der Politik. Und als prominente Gäste begrüßen konnte Bürgermeister Udo Heitmann den Landtagsabgeordneten von der CDU, Heiner Schönecke, den Asendorfer Bürgermeister Rainer Mencke,  Samtgemeindebürgermeister Hans-Heinrich Höper („höchster Würdenträger aus dem Dorf“) und den Jesteburger Gemeindedirektor und Kämmerer Henning Oertzen. Den Rest des Beitrags lesen »