NL#272 – Gestern im Bauauschuss, (fast) alles Bahnhof.

Zwei gewichtige Themen hatten wir gestern auf der Tagesordnung des Bauausschusses: die Bebauung des ‚Zirkusplatzes‘ gegenüber Famila und die Richtungsentscheidung für die Sandbargfläche – die Frage nach dem Standort eines möglichen und sehr wahrscheinlichen zukünftigen Jesteburger Bahnhofs. Zur Diskussion trafen sich die Ausschussmitglieder
(damit Sie die auch alle auf dem Zettel haben: es sind neben der Ausschussvorsitzenden Britta Witte (CDU) die Kollegen Kalle Glaeser (Grüne) und Tim Pansegrau (UWG) sowie aus unserer SPD-Fraktion Cornelia Ziegert und Steffen Burmeister – als stärkste Fraktion im Gemeinderat dürfen wir zu zweit 😉).

Im Ausschuss werden bekannterweise die Themen vorbesprochen, aber nicht entschieden. Es wird dann aus dem Ausschuss eine Empfehlung an den VA oder den Gemeinderat gegeben. Das war also gestern unsere Aufgabe, und der sind wir nach einer durchaus kontroversen Auseinandersetzung auch nachgekommen. Um die Ergebnisse vorweg zu nehmen:

  • empfohlen haben wir einstimmig die Änderung des Bebauungsplans für den Wohnungsbau auf dem Zirkusplatz;
  • empfohlen haben wir einstimmig, dass die für die Erschließung des Sandbargs notwendige Zuwegung von Norden vorbereitet wird: der Kauf eines Schlüsselgrundstücks (Jesteburger Hof) durch die Gemeinde wird angestrebt;
  • empfohlen haben wir auf Antrag unserer Fraktion den Bürgerdialog zum Projekt (s.u.).

„Mit der Reichsbahn auf Reisen“ – ist schon länger her, diese Szene auf dem Jesteburger Bahnhof.

Damit ist die Spannungskurve ja schon raus 😉 und ich fange hier die Berichterstattung mit dem Sandbarg-Thema an. Weil das spektakulärer und grundsätzlicher ist. Und vielschichtiger: geht es doch einerseits darum, wo ein Bahnhof in Jesteburg gut platziert wird, mit all den Folgethemen, die da gleich hinterherpurzeln: verkehrliche Anbindung, Parkraum, … – geht es andererseits um die grundsätzliche Vision von Bürger*innen (direkten Anwohner*innen und andere Menschen aus Jesteburg) ob und wie die Sandbargfläche insgesamt zu entwickeln (also: zu bebauen) ist. Und es geht darum, ob man ein Modell findet, im Zusammenhang mit einer Überplanung des Bereichs die Investitionskosten für einen Bahnhof nicht unmittelbar auf die Schultern der finanzschwachen Gemeinde zu legen, sondern sich von einem Investor den Bahnhof quasi als Beigabe für die Entwicklung des Bereichs liefern zu lassen. Oder sich den so vom Staat fördern zu lassen, wie das ein Bürger in der Bürger*innenfragestunde vorgeschlagen hat (dem Ansatz werden wir nachgehen müssen).

Wir hatten unsere Position bereits vorab publik gemacht: für uns steht alleine der Bahnhof im Zentrum unserer Überlegungen; dafür wollen wir die baurechtlichen Voraussetzungen am Sandbarg schaffen (und auch die Zuwegung eng am Gleis sichern), weil der Bahnhof in die Mitte des Dorfes gehört (wir haben übrigens nach dem letzten Newsletter diverse Rückmeldungen bekommen, die uns da bestätigen; nur wenige plädieren für einen alternativen Standort). Vor alle weiteren möglichen Planungsvarianten (Art und Umfang einer möglichen Wohnbebauung, Integration eines Verbrauchermarkt-Angebots, …) setzen wir auf einen Meinungs- und Ideenwettbewerb der Jesteburger*innen, den wir uns auch sehr umfassend vorstellen können – über Bürgerforen, Arbeitsgruppen, Workshops etc. pp., die einem Bauleitverfahren vorangestellt sein können – dann also informellen Charakter haben – oder/und ein solches Verfahren eng begleiten und beeinflussen werden. Klar: wir können uns hier gut aus dem Gewerbegebiet umgezogenen Einzelhandel (z.B. direkt am Bahnhof) vorstellen, und Wohnbebauung. Ortskernnah –  besser hier als jottwedeh. Wir würden uns auch unterschiedliche Bauabschnitte wünschen, vielleicht auch einen Städtebauwettbewerb und schrittweises Vorgehen. aber wir wollen da den noch gemeinsam zu findenden Ideen nicht vorgreifen. freuen uns jedenfalls auf den Prozess!

Zur Frage der Bürgerbeteiligung hatten wir Konsens. Zur Frage des von der SPD beantragten Aufstellungsbeschlusses für einen Bahnhof nicht: die Grünen möchten die Diskussion erstmal unverbindlich führen, die UWG wies stolz darauf hin, dass es ja sie war, die die Idee zur Bebauung des Sandbargs hatte (ähem: hätten wir die Pläne von 2017 tatsächlich umgesetzt – dann hätten wir jetzt einen vollgebauten Sandbarg und keinen Platz für einen Bahnhof!). Die CDU will – aus ihrer Sicht gut begründet – Fakten schaffen und das Schlüsselgrundstück sichern, aber noch keinen Pflock einschlagen – also (noch) keinen Beschluss zur Bebauung.

Die SPD zieht schließlich den beantragten Aufstellungsbeschluss für eine Gemeinbedarfsfläche Bahnhof einschließlich der Zugangsstrassen und eine Veränderungssperre nach §14 BauGB (das sichert den Status Quo für die Planungen der Gemeinde) für diesen Bereich zurück – wir ringen länger um die richtige Formulierung für einen ersetzenden Antrag (die Grünen haben immer noch einen Konjunktiv mehr auf der Wunschliste), der Verkaufsvorbereitungen für das Grundstück vorbereiten soll – und stimmen dann diesen Punkt und die umfassende Bürgerbeteiligung einstimmig ab. Und wir stellen fest, dass die Gemeinde natürlich auch in intensive Verhandlungen mit der Bahn gehen muss, um die Verbindlichkeit herzustellen, die wir brauchen.

Wie gesagt, das alles als Empfehlung für den VA und den Gemeinderat; da können dann Fakten geschaffen werden. Sieht ja aber gut aus!

Zum zweiten größeren Thema – dem Wohnungsneubau am Zirkusplatz – offiziell: „Bebauungsplanes Nr. 1.10 Brettbeekskoppeln – Ost“.

Jesteburg erfüllt damit Vorgaben der Landes-Raumordnungsplanung („durch die Umnutzung der Brach- und Stellplatzflächen für Wohnzwecke werden zusätzliche Wohnmöglichkeiten in der Nähe des Ortszentrums geschaffen und eine flächensparende, den Außenbereich schützende Konzentration der baulichen Nutzungen erreicht“). Und wir arbeiten damit ein kleines Stück dem Wohnungsmangel in der Samtgemeinde entgegen – hier wird bezahlbarer Wohnraum geschaffen. Nun gab es diverse Einwände von Anwohnern – aus deren Sicht sicher verständlich; nur für die Drohung mit Schadenersatzansprüchen hat keiner von uns wirklich Verständnis.

Hier baut die KWG.

Frau Kirchner (Bauamt) und der Projektleiter der Planungsgesellschaft, Herr Richter, machten dann auch noch mal deutlich, dass eine Bebauung auf diesem Gelände immer geplant war – die Baurechte waren immer vorhanden. Und dass die im B-Plan vorgesehene Vedichtung sich auch im üblichen Maß hält, sogar unterhalb möglicher Grenzwerte bleibt. Geklärt haben wir auch die nachbarschaftsverträgliche Zufahrt zu den einzelnen Baufenstern.

Warum brauchen wir – hier und auch am Schierhorner Weg – den bezahlbaren Wohnraum? Die Begründung liefert das gestern der Diskussion zu Grunde gelegte Gutachten gleich mit. Zitat: „Entsprechend der Wohnungs- und Standortprognose 2030 für Niedersachsen wird sich die Bevölkerung im Landkreis Harburg von 2011 bis 2030 um 6,3 % erhöhen. Unter Berücksichtigung der Fluktuationsreserve und Wohnungsabgänge ergibt sich daraus ein Neubedarf von rund 23.500 Wohnungen im o.g. Zeitraum innerhalb des Landkreises. Der Neubedarf an Wohnungen in der Gemeinde Jesteburg liegt bei über 18 % des Wohnungsbestandes von 2011. Dabei ist der Neubedarf an Ein- und Zweifamilienhäusern mit über 15 % wie auch an Mehrfamilienhäusern mit über 24 % (jeweils des Wohnungsbestandes von 2011) gleichermaßen hoch. Entsprechend des Demographie-Gutachtens für den Landkreis Harburg zählt Jesteburg zu den wachstumsstärkeren Samtgemeinden mit überdurchschnittlichen Raten im Vergleich zum Landkreis-Durchschnitt.“

Nach umfassender Erläuterung zur Abwägung kam es dann zur Abstimmung. Und alle waren dafür.

Was gab es noch? – Im Bericht der Verwaltung die Hinweise, dass diverse Verfahren im Moment in unterschiedlichen Zuständen aber dynamisch ‚in der Mache‘ sind; das betrifft v.a Itzenbüttel, wo die Projekte bei Hof&Gut, bei Böttcher und bei Heitmann ihren Lauf nehmen, aber auch das Unterfangen am Seevekamp/Schierhorner Weg. Dazu finden jetzt die ersten Abstimmungsgespräche zur Planungsvereinbarung mit dem Investor statt.

Und zwei Befreiungsanträge; die gingen mit den pragmatischen Stimmen der SPD und der CDU weiter an den Verwaltungsausschuss.

Halb zehn war Schluss und die Vorsitzende stellte dann noch in Richtung der neuen ersten Samtgemeinderätin Petra Buzina, die zum ersten Mal an so einer Sitzung teilgenommen hatte (heute war ihr erster Arbeitstag!), fest, dass das eine für Jesteburger Ausschüsse beinahe sensationell frühe Uhrzeit ist. Zurecht.

–> der ganz oben abgebildete Bahnhof ist – für die, die es interessiert – ein FALLER 190295 Aktions-Set Bahnhof Waldbrunn | Gebäude Bausatz Spur H0


NL#271 – Der zukünftige Jesteburger Bahnhof gehört an die Bahnhofstraße!

Nach den letzten Verlautbarungen der niedersächsischen Landesregierung soll die Güterverkehrsstrecke zwischen Buchholz und dem Güterbahnhof Maschen ab 2027 wieder für den Personennahverkehr geöffnet werden, so dass die Samtgemeinde Jesteburg eine direkte Bahnverbindung nach Hamburg bekommen würde.

Wenn man SPD-Mitglieder aus der Samtgemeinde Jesteburg fragt, wo der zukünftige Jesteburger Bahnhof gebaut werden sollte, hört man immer die gleiche Antwort: möglichst nah am früheren Standort an der Bahnhofstraße.

Zur Vorbereitung der weiteren Planung hatte der Samtgemeinderat 20.000 Euro für ein Standortsuchverfahren in den Haushalt 2020 eingestellt, um einen Vergleich zwischen den möglichen Standorten am Reindorfer Feldweg/Allerbeeksring und am Sandbarg nördlich der Bahnhofstraße durchzuführen. Zwischenzeitlich ist allerdings durchgesickert, dass der Standort Reindorfer Feldweg/Allerbecksring von fachkundiger Seite als völlig ungeeignet abgelehnt wird. Der verbleibende Standort für einen neuen Bahnhof am Sandbarg nördlich der Bahnhofstraße wurde schon bisher von der SPD in der Samtgemeinde Jesteburg favorisiert.  Meine Meinung als SPD-Fraktionsvorsitzende im Samtgemeinderat: die Haushaltsmittel von 20.000 Euro brauchen wir nicht mehr für ein Standortsuchverfahren ausgeben, sondern sollten diese gleich in die Flächennutzungsplanänderung der Sandbargfläche stecken, um die Bahnhofsplanung abzusichern.

Da der alte Jesteburger Bahnhof nach Schließung der Bahnstrecke für den Personenverkehr abgerissen worden war und das Grundstück anderweitig bebaut wurde, kann der Bahnhofsneubau einschließlich Parkmöglichkeiten für Pkw nur auf der nördlichen Seite des ehemaligen Jesteburger Haltepunktes erfolgen. Südlich der Bahnstrecke befindet sich an der Bahnhofstraße eine Bushaltestelle, so dass eine Vertaktung des Jesteburger Bahnhofs mit dem überörtlichen Busverkehr problemlos möglich ist. Für den Wechsel vom nördlichen zum südlichen Bahnsteig steht bei uns eine Fußgängerbrücke über die Bahngleise auf dem Wunschzettel. Falls diese aber zu teuer sein sollte, könnte der frühere barrierefreie Fußweg, der entlang des Bahndamms und unter der Bahnbrücke verlief, reaktiviert werden.

Nördlich der Bahn sollte der zukünftige Jesteburger Bahnhof am Sandbarg durch neue Zufahrtstraßen erschlossen werden, die von der Itzenbüttler Straße bzw. vom Kleckerwaldweg abzweigen und möglichst nah am Bahndamm verlaufen. Eine Nutzung der bestehenden Straßen „Am Osterberg“ und „Am Trunhoop“ als Zufahrtstraßen zum künftigen Jesteburger Bahnhof kommt für die SPD nicht infrage. Dafür müssen allerdings die Flächen nördlich der Bahn baurechtlich gesichert werden, was – bezogen auf die östliche Trasse der Zufahrtstraße – nur jetzt möglich ist, weil dort kurzfristig ein Eigentümerwechsel geplant ist.

Wenn die Gemeinde und die Samtgemeinde Jesteburg jetzt nicht handeln, um den Flächenbedarf für einen neuen Jesteburger Bahnhof einschließlich P+R-Parkplätzen und Zufahrtstraßen nördlich der Bahn am Sandbarg zu sichern, könnte es sein, dass ab 2027 zwar Personenzüge durch den Ort nach Hamburg fahren, aber hier nicht halten werden. Deshalb werden die SPD-Mitglieder im Bauausschuss der Gemeinde Jesteburg am nächsten Mittwoch für die Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Sandbargfläche stimmen; vorrangig ist für die SPD die Sicherung des Flächenbedarfs für einen neuen Jesteburger Bahnhof.

Die weiteren Planungsziele für dieses Gebiet wollen wir im Verlauf des Bauleitplanverfahrens im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickeln.


NL#271 – Sitzungsmarathon in Bendestorf

Helmut Lüllau | SPD Bendestorf

Zwei lange Sitzungen in Folge. Viel Programm. Es ging um das Bendestorfer Freibad – und damit das wieder eröffnet werden kann, mussten zunächst die Bedingungen dafür vom Gemeinderat beschlossen werden.

Um 18.00 Uhr traf sich der Verwaltungsausschuss zur vorbereitenden Sitzung. Den Rest des Beitrags lesen »


NL#270 – Bauen in Bendestorf (Filmgelände)

Helmut Lüllau | SPD Bendestorf

Seit über zehn Jahren beschäftigt sich der Gemeinderat in Bendestorf mit den Planungen auf dem ehemalige Filmgelände Wohnungen zu bauen. Dieser Wunsch der Eigentümer sorgte für viel Unruhe bei den Bendestorfer Bürger/innen. Es gründete sich auch eine Bürgerinitiative, die dieses verhindern wollte.

Es hängt doch viel Nostalgie an dem Gelände, auf dem zahlreiche Filme gedreht wurden. Es wurde auch als Heidehollywood bezeichnet. Alle Bemühungen, die den Bendestorfern bestens bekannte Halle A1 zu erhalten, konnten jedoch nicht den Abbruch verhindern. Den Rest des Beitrags lesen »


NL#269 – Gestern im Gemeinderat (haufenweise Bau-Themen … und nicht fertig geworden!)

Mit längerem Anlauf und der üblichen Vorberatung in diversen Ausschüssen hat sich gestern der Gemeinderat getroffen, um Wichtiges zu besprechen und zu entscheiden. Besonders war gestern, dass wir zunächst in einer Schweigeminute und mit einer kurzen Ansprache unseres Bürgermeisters Udo Heitmann an den gerade verstorbenen Alt-Bürgermeister Wilhelm Frommann gedacht haben, der in der vorvergangenen Woche im Alter von 88 Jahren verstorben war und dem eigentlich ein ‚großes Begräbnis‘ zugestanden hätte. Wegen seiner Verdienste um die Gemeinde, den Kreistag und die Gesellschaft im Allgemeinen, durch sein umfassendes ehrenamtliches Engagement in den 80er und 90er Jahren. Lange her, doch für viele von uns noch präsent. Und Wilhelm Frommann hat auch bis zuletzt noch regen Anteil genommen an der Entwicklung des Dorfes. Zum Beispiel an der Entstehung der Oberschule, die er sehr begrüßt hat. Udo Heitmann hat für uns alle gesprochen: „in guter Erinnerung werden wir ihn behalten“. In Corona-Zeiten gibt es keine großen Beerdingungen. aber großen Respekt gibt es auf jeden Fall. Das Bild zeigt Wilhelm Frommann bei seinem Besuch des Neujahrsempfangs der Gemeinde im Januar zusammen mit Udo.

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NL#268 – Gestern im Bauausschuss (Gewerbe und Siedlung)

Vorsitzende auf Abstand: Claudia von Ascheraden (Leitung Finanzen & Organisation, Steuerung & Controlling), Britta Witte (Ausschussvorsitzende), Henning Oertzen (Gemeindedirektor)

Die Unnormalität normalisiert sich. es findet also auch wieder eine Bauausschusssitzung statt. Wir treffen uns im Schützenhaus, mit Abstand, mit – allerdings abgezählter – Öffentlichkeit, mit Themen. Ging es eigentlich um drei „Knaller“, nämlich die Bebauung des Sandbarg (im Wesentlichen: die Zielsetzung der Sicherung der Fläche für einen Bahnhof), die Erweiterung des Gewerbegebiets am Allerbeek inkl. professioneller Vermarktung der neuen Flächen und um die (Teil-)Bebauung der jetzt noch freien Fläche am Schierhorner Weg – so kam uns das erste Thema kurzfristig abhanden.

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NL#267 – Hereinbrechende Neuigkeiten: Bossard.

Zur Kunststätte Bossard: der Stiftungsrat beschließt eine weitere wissenschaftliche Aufarbeitung zu Bossard und seiner Rolle im Nationalsozialismus und beschließt des weiteren, dass die Fortführung des Förderprojektes zur Erweiterung der Kunststätte Bossard (Neubauprojekt) erstmal ruhen soll.
Hier die Mitteilung im Original:

zu einer außerordentlichen Sitzung des Stiftungsrates hatte Landrat Rainer Rempe als Stiftungsratsvorsitzender der Kunststätte Bossard am Mittwoch dieser Woche die Mitglieder des Stiftungsrates eingeladen. Anlass hierfür war die intensive öffentliche Diskussion der vergangenen Wochen zum Projekt „Bossard neu denken – Kunsthalle der Lüneburger Heide“. „Insbesondere die zahlreichen kritischen Einwände in Bezug auf die Rolle Bossards zur Zeit des Nationalsozialismus haben den Stiftungsrat bewogen, die nächsten Schritte des Projekts noch einmal neu zu überdenken. Da die weitere Auseinandersetzung mit der Rolle Bossards in der Zeit des Nationalsozialismus ohnehin als Teil des Projekts geplant war, wird dieser Schritt jetzt vorgezogen“, so Landrat Rainer Rempe.

Bereits vor Jahren, zeitlich deutlich vor dem Projekt, hatte der Stiftungsrat selbst den Anstoß für die wissenschaftliche Aufarbeitung von Johann Michael Bossards Rolle zur Zeit des Nationalsozialismus gegeben. Auf Bestreben des Stiftungsrates fand deshalb seit 2017 eine intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema statt, zu der neben der Leiterin der Kunststätte Bossard Dr. Gudula Mayr auch externe Wissenschaftler hinzugezogen wurden. Bei der Untersuchung wurden diverse zur Verfügung stehende Archive und Quellen berücksichtigt. Die Ergebnisse wurden in den beiden Publikationen „Johann Bossard – Texte aus dem Nachlass – Programmatische Schriften und Reiseberichte“ und „Über dem Abgrund des Nichts – die Bossards in der Zeit des Nationalsozialismus“ sowie Ende 2018 auf einem öffentlichen Kolloquium dargestellt.

Da die Ergebnisse der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Themas jedoch zum Teil in Zweifel gezogen werden, hat der Stiftungsrat nun beschlossen, dass es einer weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema bedarf. Hierzu wird ein zusätzliches wissenschaftliches Forschungsprojekt zur Rolle Bossards im Nationalsozialismus durchgeführt. „Der Auftrag dazu wird an externe Wissenschaftler vergeben werden, die nicht vom Stiftungsrat, sondern von einem externen, noch zu definierenden Gremium auszuwählen sind. Dies ist für die zukünftige konzeptionelle Ausrichtung und Akzeptanz der Kunststätte Bossard von entscheidender Bedeutung“, erläutert Rempe.

„Bis die Ergebnisse aus diesem Forschungsprojekt vorliegen, soll die Fortführung des Förderprojektes zur Erweiterung der Kunststätte Bossard ruhen“, so Andreas Sommer, stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender.

Die Entscheidung des Stiftungsrates zu diesem Vorgehen berücksichtigt auch den Wunsch der Leiterin der Kunststätte Bossard Dr. Gudula Mayr nach einer externen Evaluation ihrer Forschungsergebnisse. Die intensiven Diskussionen zu diesem Thema haben auch Dr. Mayr nicht unbeeindruckt gelassen und zu Verunsicherung geführt.

Die Fördermittelgeber und alle Entscheidungsträger werden kurzfristig über diese neue Entwicklung in Kenntnis gesetzt. Der Stiftungsrat geht davon aus, dass diese Vorgehensweise nicht zuletzt aufgrund der öffentlichen Diskussion auf Verständnis stößt und unterstützt wird.


NL#266 – Was muss man noch zu BOSSARD sagen.

Oder ist schon alles gesagt und geschrieben? Der Journalist und Historiker Dr. Martin Doerry hatte zuletzt ausführlich im Spiegel und auf NDR Kultur für eine relative Hochkonjunktur des Themas gesorgt und dabei zum einen die bisherige wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas kritisiert („rosarote Brille“) und zum anderen seine Bewertung des Menschen Bossard als Sympathisant des Nationalsozialismus gestreut. Und so wurde das dann auch an anderen Stellen ohne weitere Reflektion rezipiert – auch in unserer regionalen Presse, im Wochenblatt.

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NL#265 – Die Perspektive des Gewerbes (2)

Lebensentwürfe am Limit? – Wie ist die Aussicht und die Einschätzung der lokalen Gewerbetreibenden? Vorgestern gab es einen Einblick in die Seelenlage der Gastronomen vor Ort; heute wenden wir uns den Einzelhändlern zu.

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NL#264 – Die Perspektive des Gewerbes (1).

Woche 4 der besonderen Umstände. Wir richten uns alle ein in der neuen Situation. Höhepunkt des Tages ist der Einkauf oder der Spaziergang. Wir arbeiten im Homeoffice und/oder in Kurzarbeit (einige auch in Kurzarbeit ‚Null‘). Und wie geht es den Gewerbetreibenden in unseren Dörfern? – Bei einigen habe ich nachgefragt: die Perspektive der Gewerbetreibenden. Wobei ‚Perspektive‘ ja beides bedeutet: Blickwinkel und Aussicht. Und beides ist durchaus unterschiedlich im Einzelfall. Hier die Zusammenfassung. Den Rest des Beitrags lesen »


NL#263 – Mund- und Nasenmasken

Frau Hong Thuy Nguyen hilft gern. Frau Nguyen betreibt die Änderungsschneiderei in Jesteburg (Hauptstrasse 77). Dort hat sie natürlich auch das perfekte Equipment, um Dinge zu produzieren, die wir jetzt dringen brauchen: Mund- und Nasenmasken.

Frau Nguyen sagt: „Ich bin die Geschäftsführerin der Änderungsschneiderei Thuy. Ich möchte mich daran beteiligen, um Menschen bei der Bekämpfung von Covid-19 zu helfen. Aus diesem Grund nähe ich freiwillig die Mund- und Nasenmasken. In der letzten Zeit habe ich bereits über 60 Masken genäht und verteilt, daher habe ich keinen Stoff mehr vorrätig. Wer selbst Mund- und Nasenmasken braucht, kann mir die Stoffe (Baumwolle!) geben und danach werde ich loslegen. Bedarf für Praxen wird bevorzugt! Menschen, die Masken brauchen, können mich unter dieser Nummer 01590 2162615 erreichen“.

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NL#262 – Dringender Aufruf Ihrer Jesteburger Hausärzte

Liebe Bürgerinnen und Bürger der Samtgemeinde Jesteburg. Oder: Hallo Jesteburg! – eine große Aufgabe haben wir derzeit, die uns ein Stück weit alle gleich macht. Weil wir die gleiche Verantwortung tragen – und wir tragen sie für alle Mitmenschen. Und das klappt ja inzwischen auch ganz gut – wir halten Abstand, wenn wir das gute Wetter für einen Spaziergang nutzen, im Supermarkt hält uns der Einkaufswagen auf Distanz, wir chatten aus dem Homeoffice anstatt ins Büro zu fahren. Wir halten uns an Regeln und gleichzeitig wird die Gesellschaft irgendwie freundlicher, wir grüßen uns öfter auf der Straße und wir nehmen mehr Rücksicht; merken Sie das auch? Den Rest des Beitrags lesen »


NL#261 – Jesteburg kauft ein.

Alle müssen zuhause bleiben.

Für die einen ist es eine merkwürdige aber vielleicht nicht unwillkommene Entschleunigung des täglichen Lebens. Für die anderen ist es tatsächlich die Zeit in Mitten vor sehr existenziellen Fragen. Den Rest des Beitrags lesen »


NL#260 – Solidarität (3 / Supersache!)

Vielleicht kommen wir ja bei manchen Aspekten besser aus der Krise raus, als wir reingegangen sind. Vielleicht haben dann ja Pfleger*innen ein besseres Ansehen – und vor allem eine bessere Bezahlung. Vielleicht sehen wir dann ein, dass das oberste Ziel von Krankenhäusern die Heilung der Patienten und das Gesundheitssystem insgesamt kein Feld für vorrangiges Profitstreben ist. Und vielleicht haben wir auch das Bedürfnis nach mehr gegenseitiger Achtsamkeit, Hilfe und Unterstützung, wenn die Krise vorbei ist. Den Rest des Beitrags lesen »


NL#259 – Solidarität (2)

Es ist jetzt vielleicht für den einen oder anderen mehr Zeit zum Lesen. Deswegen hatte ich im letzten Newsletter auf die Möglichkeit hingewiesen Bücher beim Jesteburger Buchladen praktisch (über KnackigFrisch) und online zu bestellen und damit den örtlichen Einzelhandel weiterhin zu unterstützen. Es sind auch bereits erste Bestellungen eingetroffen! Den Rest des Beitrags lesen »


NL#258 – Solidarität.

Es sind besondere Zeiten. Zeiten, in denen wir Manches nicht tun können. Weil wir vorsichtig sein sollen, weil die Büros und Geschäfte zu sind, weil wir soziale Distanz wahren.

Zeiten, die wir anders verbringen wollen, weil wir eigentlich in den Urlaub fahren wollten, weil wir nicht mit den finanziellen Folgen der Kurzarbeit gerechnet hatten oder weil wir gerne voller Elan unserem Beruf nachgegangen wären. Den Rest des Beitrags lesen »


NL#257 – Am Montag sind SIE dran! (mit Ihren Fragen).

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NL#256 – Monopoly mit Steuergeldern

Cornelia Ziegert ist Vorsitzende des Finanzausschusses und Mitglied im Strassen- Wege und Umweltausschuss der Gemeinde Jesteburg und Fraktionsvorsitzende im Samtgemeinderat.

Die Überschrift lehnt sich an die Kommentierung zum Thema im Wochenblatt an. Und dieses Bild bringt das Thema unseres Erachtens auf den Punkt.

Hier nochmal eine Zusammenfassung der Details und v.a. auch die Zahlen und eine Begründung unserer Position:

–> wir setzen auf einen Weiterbetrieb des Bauhofs in Jesteburg,

–> wir sehen keine Notwendigkeit für ein 1,5 Mio. € teures zusätzliches Projekt in Bendestorf,

–> wir sehen die Notwendigkeit für einen 4-zügigen Grundschul-Neubau in Jesteburg.

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NL#255 – „Alle sind gleich wichtig“ – Neujahrsempfang 2020 in Jesteburg

Damit fing es an: schöne Begleitmusik der „Hannover Jungs“ Jan Jakob, Emanuel Nikolas, Ruben Serpeqnu, die heute Mittag unter anderem das Lied vom ‚Englishman in New York‘ wunderbar gecovert haben. Viele Jesteburger*innen waren da aus den Vereinen und Institutionen, aus der Verwaltung und aus der Politik. Und als prominente Gäste begrüßen konnte Bürgermeister Udo Heitmann den Landtagsabgeordneten von der CDU, Heiner Schönecke, den Asendorfer Bürgermeister Rainer Mencke,  Samtgemeindebürgermeister Hans-Heinrich Höper („höchster Würdenträger aus dem Dorf“) und den Jesteburger Gemeindedirektor und Kämmerer Henning Oertzen. Den Rest des Beitrags lesen »


NL#254 – Schulterblick (wissen, was los war)

Henning Oertzen und Hans-Heinrich Höper – hier mit dem Jesteburger Bürgermeister Udo Heitmann in ihrer Mitte

Wissen, was los war. Wer sollte das besser wissen, soweit es unsere Dörfer betrifft, als unser Samtgemeindebürgermeister Hans-Heinrich Höper und unser Jesteburger Gemeindedirektor Henning Oertzen? – Wir sind sicher nicht bei jedem Thema einer Meinung (Bauhof!) – aber wir streuen hier gern den Rückblick unserer Verwaltung:

Jahresrückblick 2019 Den Rest des Beitrags lesen »